Freitag, Juni 24, 2022
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Die Kriegsnacht im Überblick Russland verstärkt Angriffe im Osten – Selenskyj will ein Tribunal wie in Nürnberg

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Während sich die Ukraine dem EU-Kandidatenstatus nähert, verstärkt Russland seine Angriffe im Osten des Landes. Die strategisch wichtige Stadt Lysychansk in der Region Luhansk gerät zunehmend ins Visier. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert erneut schnellere Waffenlieferungen, „um diese teuflische Armada zu stoppen und sie aus den Grenzen der Ukraine zu drängen“. Die Kriegsnacht auf einen Blick:

Russische Angriffe im Osten

Die Stellungen der ukrainischen Armee im östlichen Industriegebiet von Donbass seien vom russischen Militär mit Flugzeugen bombardiert und mit Raketen und Artillerie beschossen worden, teilte der Generalstab der Ukraine mit. Im abendlichen Lagebild waren mehr als vier Dutzend beschossene Städte und Ortschaften aufgeführt. Russland ist stark auf Artillerie angewiesen, um nach massivem Beschuss von Ort zu Ort vorzurücken.

Das russische Militär nähert sich der Stadt Lysychansk aus mehreren Richtungen. Es ist durch einen Fluss vom benachbarten Siewerodonezk getrennt. Sewerodonezk ist inzwischen weitgehend unter der Kontrolle russischer Truppen, die aber immer noch auf Widerstand stoßen. Die russische Führung um Präsident Wladimir Putin nannte die Eroberung der östlichen Gebiete Donezk und Luhansk als eines der Ziele des Angriffskrieges.

Selenskyj will ein Kriegsverbrechertribunal wie in Nürnberg

In seiner täglichen Fernsehansprache forderte Selenskyj die Untersuchung russischer Kriegsverbrechen durch ein Sondergericht. Russland müsse für all das Böse, das es der Ukraine zugefügt habe, zur Rechenschaft gezogen werden, sagte er. Zum Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion 1941 verwies er auf die Nürnberger Prozesse nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die ukrainische Datenbank mit kriegsbeschädigten Vermögenswerten wird im Juli veröffentlicht

Die ukrainische Regierung will Mitte Juli eine Datenbank mit von russischen Truppen zerstörten Vermögenswerten starten. So sollen etwa im Krieg zerstörte Wohngebäude aufgelistet werden, wie der stellvertretende Digitalminister Anatoly Komirnij sagte. Ziel ist es, Daten zu sammeln, die alle Ukrainer nutzen können, um unter anderem vor internationalen Gerichten Schadenersatz zu fordern.

Bewegung in den Verhandlungen über die russische Getreideblockade

Die Verhandlungen zur Aufhebung der russischen Getreideblockade in der Ukraine scheinen Fortschritte zu machen. Kreise des UN-Sicherheitsrats bestätigten die Möglichkeit eines Treffens der Konfliktparteien gemeinsam mit UN-Generalsekretär António Guterres in der Türkei – möglicherweise schon nächste Woche. Seit Wochen fordert die internationale Gemeinschaft Russland auf, den Export von ukrainischem Getreide zuzulassen. Die Ukraine beklagt, dass ihre Häfen im Schwarzen Meer von der russischen Marine blockiert werden. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die globale Ernährungssicherung. Die Vereinten Nationen warnten kürzlich vor der schlimmsten Hungersnot seit Jahrzehnten.

Microsoft: Verbündete der Ukraine im Visier russischer Hacker

Laut Microsoft greifen russische Hacker im großen Stil die westlichen Verbündeten der Ukraine an. Die Softwarefirma warnte in der Nacht, dass sie es vor allem auf Regierungsrechner in Nato-Staaten abgesehen habe. Ziel Nummer eins sind die Vereinigten Staaten, aber insgesamt haben die Experten von Microsoft Angriffe russischer Hacker auf 128 Organisationen in 42 Ländern außerhalb der Ukraine identifiziert.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar sei es ihnen bei 29 Prozent der Angriffe gelungen, in die angegriffenen Netzwerke einzudringen, hieß es. Mindestens jeder vierte erfolgreiche Angriff hat nachweislich Daten abgeschöpft. Gleichzeitig betonte Microsoft, dass Russland die IT-Infrastruktur der Ukraine seit Kriegsbeginn sowohl mit Cyberangriffen als auch mit Raketen angegriffen habe. Dank Schutzmaßnahmen haben sich die Systeme jedoch als weitgehend belastbar erwiesen.

Moskau wirft den USA vor, Flüge für Diplomaten zu blockieren

Russland wirft den USA vor, einen Flug für ausgewiesene russische Diplomaten blockiert zu haben. Das russische Flugzeug sollte Diplomaten ausfliegen, die von der US-Regierung angewiesen wurden, die Vereinigten Staaten bis Ende des Monats zu verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Washington erlaubte dies jedoch nicht. Ministeriumssprecherin Maria Zakharova hat deshalb am Mittwoch mit nicht näher bezeichneten Gegenmaßnahmen gedroht. Das US-Außenministerium äußerte sich nicht im Detail. Allerdings bemängelte sie, dass Russland die Lage nicht korrekt darstelle.

Das bringt den Tag

Alle weiteren Entwicklungen lesen Sie in unserem Live-Ticker zum Ukraine-Krieg.

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