Sonntag, November 28, 2021
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"Die Lage war noch nie so ernst" Wieler fordert radikale Kontaktreduktion

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Viele Kliniken sind bereits überlastet. Und die Lage spitzt sich laut RKI-Chef Lothar Wieler zu. Der Tod Tausender aktuell Infizierter ist nicht mehr abzuwenden. Er appelliert daher an die Bürger, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnt die Menschen in Deutschland angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen zu besonderer Vorsicht. Bürger sollten ihre privaten Kontakte freiwillig „so weit wie möglich“ einschränken, sagte er der Zeit. „Vermeiden Sie vor allem, viele Leute in Innenräumen zu treffen.“

Wer auf Menschen aus Risikogruppen trifft, sollte vorher einen Selbsttest machen. Außerdem sollte sich jeder an die sogenannten AHA+L-Regeln halten: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Mund-Nasen-Schutz und Belüftung tragen. „Und wenn Sie Symptome einer akuten Atemwegsinfektion haben, bleiben Sie bitte zu Hause und lassen Sie sich einen PCR-Test machen“, ergänzte Wieler. Außerdem fordert er die Absage von Großveranstaltungen und die Schließung von Hotspots wie Bars und Clubs.

„Die Lage war noch nie so ernst wie jetzt“, sagte der RKI-Chef zur aktuellen Corona-Situation. Das liegt daran, dass noch zu wenige Menschen geimpft sind und die Menschen deutlich mehr Kontakte haben als noch vor einem Jahr.

Die Auswirkungen der hohen Fallzahlen und vieler Krankenhauseinweisungen sind in der Region bereits deutlich spürbar. „In Deutschland sind wir es gewohnt, jederzeit die bestmögliche Behandlung zu bekommen. Das geht nicht mehr“, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Wochen deutlich verschlimmern wird.

Jetzt gilt es, die Impflücken zu schließen. Im Gegenzug schließt Wieler eine Impfpflicht nicht aus: „Letztendlich geht es nicht darum, Menschen zu bestrafen, sondern sie zu schützen, auch vor sich selbst.“ Hinsichtlich der Auffrischungsimpfungen sieht Wieler Deutschland nicht ausreichend gerüstet. Neben Hausärzten sollen auch andere Berufsgruppen wie Apotheker oder Tierärzte impfen dürfen. „In der schlimmsten Phase der Pandemie können wir nicht einfach so weitermachen“, sagte der RKI-Chef.

Bei der aktuellen Fallsterblichkeitsrate von 0,8 Prozent ist daran nicht mehr zu ändern, dass ein gewisser Anteil der aktuell mit Covid-19 Infizierten nicht überleben wird. „Wenn sich an einem Tag 50.000 Menschen infizieren, sterben 400 von ihnen“, rechnet Wieler vor. Gegenmaßnahmen könnten erst nach zwei bis drei Wochen Wirkung zeigen.

Zur späten politischen Reaktion auf die vierte Corona-Welle sagte Wieler, es sei „bemerkenswert, dass man offensichtlich immer wieder die Hand auf den heißen Herd legen muss, um zu merken, dass man sich verbrennt. Das ist ernüchternd, keine Frage.“

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