Sonntag, August 14, 2022
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"Die Menschen bleiben lieber zu Hause" Mysteriöse Nadelangriffe auf Frauen in Spanien

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Beim Feiern werden junge Frauen unbemerkt mit Spritzen attackiert – später klagen sie über Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Auf Mallorca, Ibiza, aber auch im Baskenland häufen sich die Fälle dieser mysteriösen Anschläge, die bereits in mehreren europäischen Ländern stattgefunden haben.

Dutzende junge Frauen wurden in den vergangenen Wochen beim Feiern im Urlaubsland Spanien mit Nadeln oder Injektionen verletzt. Die mysteriösen Angriffe passieren meist auf Musikfestivals, Bars und Tanzclubs. Mindestens 50 Anzeigen habe es seit Anfang Juli gegeben, berichtete die Zeitung „El Mundo“ unter Berufung auf Behörden. Viele der angegriffenen Frauen erstatteten keine Anzeige, auch weil sie die Pik und die Folgen – wie Übelkeit und Schwindel – erst später bemerkten, hieß es. Bisher gab es keine Festnahmen.

Zahlreiche Regionen sind betroffen – darunter die Balearen mit der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca. Die Polizeieinheit Guardia Civil teilte dort mit, dass sie in sechs Fällen ermittelt. Vier davon wären auf Mallorca und zwei auf Ibiza passiert. Die Nadelangriffe sind Rätsel. Die Gebissenen klagen über gesundheitliche Probleme wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Die naheliegende Vermutung, dass die Täter ihre Opfer unter Drogen setzten, um sie auszurauben oder sexuell zu missbrauchen, habe sich jedoch in keinem der gemeldeten Fälle bestätigt, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. Toxine wurden bisher in fast allen Fällen nicht in den Blutproben gefunden. Über die Motive der Täter ist bislang nichts bekannt.

Angriffe mit Nadeln oder Injektionen auf Festivals und in Clubs ereigneten sich zunächst in Großbritannien. Ab Anfang des Sommers wurden auch in Frankreich Hunderte von Fällen gemeldet. Auch in Deutschland wurden laut Medien einige Nadelangriffe (Needle Spiking) registriert. Vor diesem Hintergrund appelliert der sonst eher verschwiegene Berliner Technoclub Berghain nun auf seiner Website an die Clubbesucher, aufeinander aufzupassen.

In Spanien sei es derweil ein völlig neues Phänomen, schrieben Medien unter Berufung auf Polizeisprecher. Die ersten Berichte über „Pinchazos“, wie die Angriffe in Spanien genannt werden, wurden im Juli während der Stierjagd in Pamplona gemeldet, an der auch Ausländer teilnahmen. Unterdessen sind Katalonien und das Baskenland am stärksten betroffen. In diesen beiden, aber auch in anderen Regionen, nahm die Polizei Ermittlungen auf.

„Dies wirft soziale Bedenken auf, insbesondere angesichts der Möglichkeit sexueller Gewalt gegen Frauen, obwohl dies im Moment nicht bestätigt wurde“, sagte die katalanische Gleichstellungsministerin Tània Verge. Der junge Mallorquiner Lourdes Sosa gab gegenüber der Zeitung „Última Hora“ zu, dass sich die Angst ausbreite. „Die Leute bleiben fast lieber zu Hause bei Freunden.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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