Freitag, Juni 24, 2022
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Die Türkei leitet Maßnahmen gegen die hohe Inflation ein

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Die offizielle Inflationsrate in der Türkei liegt bei über 70 Prozent. Die Regierung hat nun Maßnahmen angekündigt, um die hohe Inflationsrate einzudämmen. Dies stützte den Kurs der türkischen Lira.

Die türkische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um die hohe Inflationsrate einzudämmen. „Die Bekämpfung der Inflation bleibt oberste Priorität“, teilte das Finanzministerium in Ankara mit. Die Koordination von Maßnahmen zwischen verschiedenen staatlichen Institutionen ist von großer Bedeutung.

Geplant ist den Angaben zufolge die Emission inländischer Anleihen, die an die Einkünfte staatlicher Unternehmen gekoppelt sind. Damit soll das Sparen von Lira-Guthaben gefördert werden. Die Zentralbank erhöhte den Mindestreservesatz für Lira-Barkredite von 10 Prozent auf 20 Prozent. Ziel dürfte es sein, das Wachstum der Geldmenge zu drosseln und damit den derzeit vorherrschenden hyperinflationären Tendenzen Einhalt zu gebieten. Auch die Ankündigung, die Laufzeiten von Konsumentenkrediten zu begrenzen, weist in diese Richtung.

Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Mai auf den höchsten Stand seit fast einem Vierteljahrhundert. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 73,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – die höchste Inflationsrate seit Oktober 1998.

Im Zuge dieser Entwicklung ist davon auszugehen, dass auch staatliche Unternehmen im Laufe der Zeit deutlich an der Preisschraube gedreht haben. Ihr Einkommen dürfte deutlich gestiegen sein und wird in Zukunft weiter steigen, solange die Inflation auf einem hohen Niveau bleibt. Zeichner solcher Anleihen dürften ein deutlich höheres Einkommenswachstum erzielen, als wenn sie ihr Geld auf Lira-Konten anlegen. Denn die Zinsen, die sich am Leitzins von 14 Prozent orientieren, liegen deutlich unter der Inflationsrate. Es drohen real enorme Wertverluste. Und es ist mit einem noch niedrigeren Leitzins zu rechnen.

Die Nachricht wurde am Devisenmarkt positiv aufgenommen. Am Nachmittag waren für einen US-Dollar 17,04 Lira zu zahlen, ein Minus von rund 1,3 Prozent, die US-Währung wurde billiger. Je mehr Lira Sie für einen US-Dollar bezahlen müssen, desto weniger ist die Türkische Lira wert.

Trotz der leichten Erholung hat die türkische Währung seit Jahresbeginn um mehr als 20 Prozent abgewertet. Insbesondere die hohe Verschuldung des Privatsektors in internationalen Währungen droht zu einem großen Problem zu werden, da in den nächsten zwölf Monaten viele Kredite zurückgezahlt werden müssen.



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