Freitag, Juni 24, 2022
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Die Untersuchung von Tesla-Unfällen wird ausgeweitet

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Die US-Verkehrsbehörde hat den Elektroautohersteller Tesla noch genauer im Blick. Eine langjährige Untersuchung des sogenannten „Autopiloten“ des Unternehmens wird nun ausgeweitet.

Die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat ihre Untersuchung des von Tesla eingesetzten Fahrassistenzsystems „Autopilot“ um eine sogenannte technische Analyse nach einer Serie von Auffahrunfällen erweitert. Ein solcher Schritt ist notwendig, um gegebenenfalls einen behördlichen Rückruf anordnen zu können.

Die aktuelle „Autopilot“-Untersuchung betrifft laut NHTSA rund 830.000 Fahrzeuge aller vier aktuellen Modellreihen S, 3, X und Y aus den Jahren 2014 bis 2022. Betroffen waren in der bisher laufenden Untersuchung rund 765.000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Bis Ende des ersten Quartals hat der Konzern seit seiner Gründung weltweit gut 2,6 Millionen Fahrzeuge verkauft, damit sind fast ein Drittel aller bisher von Tesla produzierten Autos betroffen. Allerdings werden die Fahrzeuge in dutzende Länder verkauft, außerhalb der USA ist bisher nichts über solch umfangreiche Ermittlungen bekannt. Dementsprechend wird der Anteil betroffener Tesla-Fahrzeuge in den USA deutlich höher eingeschätzt.

Seit Beginn der Untersuchung im August letzten Jahres hat die Behörde sechs weitere Vorfälle identifiziert, bei denen Tesla-Autos mit eingeschaltetem „Autopilot“-System mit eingeschaltetem Blaulicht in geparkte Feuerwehr- und Krankenwagen krachten. Ursprünglich gab es elf solcher Unfälle. Der letzte Absturz ereignete sich im Januar.

Die Untersuchungen sollen nun unter anderem mit der Auswertung zusätzlicher Daten ausgeweitet werden, wie die NHTSA mitteilte. Außerdem werden gut 100 „Autopilot“-Unfälle untersucht, an denen keine Einsatzfahrzeuge beteiligt waren. Außerdem sollte geprüft werden, inwieweit das System des Elektroautoherstellers das Risiko menschlicher Fehler erhöht.

Tesla selbst weist Kunden darauf hin, dass „Autopilot“ nur ein Assistenzsystem ist und daher die Person auf dem Fahrersitz die Hände immer am Lenkrad behalten muss. Er sollte immer bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Fahrer sich komplett auf das „Autopilot“-System verlassen. Tesla hat vor einigen Jahren seine Sicherheitsmaßnahmen verschärft: Die Software erkennt, wenn die Hände des Fahrers nicht am Lenkrad sind, und gibt nach kurzer Zeit Warntöne aus.

Seit Februar ermittelt die NHTSA auch gegen Tesla wegen Berichten über plötzliches Bremsen. Auslöser waren 354 Beschwerden innerhalb von neun Monaten, weil das „Autopilot“-System plötzlich und unerwartet die Bremsen aktivierte. Auch von anderen Autoherstellern forderte die Behörde Informationen zu deren Assistenzsystemen an.

Auch in Deutschland ruft das Autopilot-System bei Experten scharfe Kritik hervor. So urteilte der ADAC im November vergangenen Jahres: „Die Qualität des Reglements ließ im Test zu wünschen übrig. Dass das System keine Verkehrszeichen erkennt und auch Hindernisse übersieht, zeigt die Unausgereiftheit der Technik Dass das Auto auch den von der Stadt erlaubten Autopilot-Modus hat, obwohl er laut Handbuch nur auf Autobahnen und Autostraßen seinen Dienst verrichten darf, ist unverantwortlich.“



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