Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Diplomatische Note unterzeichnet: Polen wiederholt seine Forderung nach Reparationen

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Kurz vor dem Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock bekräftigte Polen seine Schadensersatzforderungen im Zweiten Weltkrieg.

Kurz vor dem Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Verdi) in Warschau unternahm die polnische Regierung einen weiteren Schritt, um ihre Entschädigungsforderungen gegenüber Deutschland zu stärken. Der polnische Außenminister Zbigniew Rau hat am Montag eine diplomatische Note unterzeichnet, die dem Auswärtigen Amt in Berlin übergeben wird.

„Sie bringt die Überzeugung des polnischen Außenministers zum Ausdruck, dass die Parteien unverzüglich Schritte zu einer dauerhaften, vollständigen und endgültigen rechtlichen und materiellen Regelung der Folgen der deutschen Aggression und Besetzung von 1939 bis 1945 unternehmen sollten“, sagte Rau. Das Berliner Außenministerium wollte sich nach Angaben eines Sprechers zunächst nicht zu den polnischen Ankündigungen äußern.

Der Einmarsch Nazideutschlands in Polen am 1. September 1939 markierte den Beginn des Zweiten Weltkriegs mit mindestens 55 Millionen Toten – andere Schätzungen beziffern die Zahl auf bis zu 80 Millionen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Vier bis sechs Millionen Polen starben im Krieg, bis zu einem Fünftel der Bevölkerung. Die Hauptstadt Warschau wurde fast vollständig zerstört.

Die nationalkonservative Regierung der Warschauer PiS hat in den vergangenen Jahren immer wieder das Thema Wiedergutmachungsanträge zur Sprache gebracht. Anfang September legte eine parlamentarische Kommission in Warschau ein Gutachten vor, in dem die Schäden des Zweiten Weltkriegs in Polen auf über 1,3 Billionen Euro geschätzt wurden. Gleichzeitig erneuerte PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski die Schadensersatzklage.

Baerbock reist am Montag nach Warschau. Dort wird er an den Feierlichkeiten der Deutschen Botschaft zum Tag der Deutschen Einheit teilnehmen und eine Rede halten. Baerbock trifft sich am Dienstagmorgen mit seinem Rau-Pendant. Ein Sprecher des polnischen Außenministeriums sagte, Rau werde alle wichtigen Fragen der deutsch-polnischen Beziehungen mit Baerbock besprechen.

Die Bundesregierung lehnt das Wiedergutmachungsersuchen ab. Er bezieht sich dabei auf das Zwei-plus-Vier-Abkommen von 1990 zu den außenpolitischen Folgen der deutschen Einheit.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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