Sonntag, Januar 23, 2022
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Downing Street entschuldigt sich für Lockdown-Partys

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Trotz Lockdowns wurde in der Downing Street offenbar gefeiert und getanzt – während die Queen am nächsten Tag allein in der Kirche von Prinz Philip Abschied nehmen musste. Die britische Regierung hat sich nun entschuldigt.

Das Büro des britischen Premierministers Boris Johnson hat sich beim Buckingham Palace für zwei Lockdown-Partys am Vorabend der Beerdigung von Prinz Philip entschuldigt. „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zu einer Zeit der nationalen Trauer stattgefunden hat“, sagte Johnsons Sprecher.

Johnson hatte bereits in dieser Woche betont, dass das Verhalten am Regierungssitz höchsten Ansprüchen genügen muss. Downing Street übernimmt auch Verantwortung „für Dinge, die wir nicht richtig gemacht haben“. Sie entschuldigte sich offiziell beim Palast.

Laut einem Bericht des Daily Telegraph tranken und tanzten am 16. April 2021 im Büro rund 30 Mitarbeiter bis in die Nacht. Damals galten wegen der Corona-Pandemie strenge Abstandsregeln. Johnson war Berichten zufolge zum Zeitpunkt der Partys im Checkers Manor.

Besonders prekär ist, dass die Nation damals um Königin Elizabeth II. um ihren im Alter von 99 Jahren verstorbenen Mann trauerte. Am Tag nach den Partys in der Downing Street nahm die Königin in der St. George’s Chapel Abschied von ihrem 73-jährigen Ehemann .

Wegen der damals geltenden strengen Corona-Beschränkungen musste sie ganz allein in einer Kirchenreihe sitzen. Das Foto der einsamen Königin war einer der prägenden Eindrücke in der Pandemie.

Der ohnehin schon von einer Reihe von Skandalen gebeutelte Johnson musste sich kürzlich im Parlament für den Besuch einer Gartenparty entschuldigen, die im Mai 2020 mitten im ersten Corona-Lockdown stattfand.

Der Ministerpräsident entschuldigte sich für den Eindruck, dass sich diejenigen, die die Corona-Regeln aufstellten, nicht daran hielten. Er gab zu, am 20. Mai 2020 für 25 Minuten im Garten anwesend gewesen zu sein. Nach seinem Eindruck war es ein Arbeitstreffen.

Im Nachhinein habe er sich damit geirrt, sagte Johnson. Er forderte jedoch, das Ergebnis einer laufenden internen Untersuchung abzuwarten, bevor Konsequenzen gezogen würden.

Damit gibt sich die Opposition nicht zufrieden. Sie fordert Johnsons Rücktritt. „Ich habe keine Worte für die Kultur und das Verhalten in Nr. 10“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der wichtigsten Oppositionspartei Labour, Angela Rayner. Der Fisch stinkt vom Kopf.

Der Vorsitzende der Konservativen Partei in Schottland, Douglas Ross, stellte sich offen gegen Johnson und forderte, wie vier andere Tory-Abgeordnete, seinen Rücktritt. Die Labour-Abgeordnete Lisa Nandy sagte der BBC, Johnsons Haltung sei inakzeptabel. Johnsons Teilnahme an der Party löste Entsetzen und Abscheu bei den Hinterbliebenen der Corona-Toten aus, die sich nicht von ihren Angehörigen verabschieden konnten.

Sicherheitsminister Damian Hinds sagte gegenüber Sky News, dass ihn die jüngsten Berichte schockiert hätten. „Es war eine besonders dunkle Zeit für unser ganzes Land.“



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