Donnerstag, Juni 23, 2022
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Dr. Hänel zu Ziffer 219a: „Auf dem richtigen Weg zur Veränderung“

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Schließlich diskutiert der Bundestag über die Abschaffung des sogenannten Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche. Dr. Kristina Hänel begrüßt die erwartete Zulassung.

Der Bundestag stimmt am Freitag für die Aufhebung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche. Die Zulassung gilt als sicher. Inhaltlich verbietet § 219a das Anbieten, Ankündigen oder Bewerben von Abtreibungen zu Erwerbszwecken oder wenn dies in schwerwiegend anstößiger Weise geschieht.

Die Gießener Ärztin Kristina Hänel ist zum Gesicht des Kampfes gegen diesen Paragraphen geworden. 2017 wurde der Arzt verurteilt, weil er im Internet über Abtreibungen informiert hatte. Seitdem ist sie gegen Paragraph 219a vorgegangen. In einem Interview mit ZDFheute kommentierte er die Absage:

Für den Hausarzt gibt es „keinen guten Grund“, Frauen solche wichtigen Informationen vorzuenthalten. Der schlechte Grund, „so etwas zu tun, ist im Grunde, sie zu entmündigen, ihnen das Leben schwerer zu machen und letztendlich ihre Gesundheit zu schädigen.“

Die Entscheidung, eine Schwangerschaft durchzuführen oder nicht, sei laut Hänel „ziemlich schwierig“. Nach der Rechtslage in Deutschland besteht bei Vorliegen einer Wartezeit eine Beratungspflicht. „Und dann müssen wir vielleicht auch zu Ärzten gehen, die haben oft ihre Meinung, die auch strikt gegen Abtreibung sein können.“

Abtreibungen dürfen laut Kristina Hänel nicht beworben werden. „Es ist ein völlig absurder Gedanke, der die Realität der Betroffenen völlig ignoriert. Ich weiß nicht, wer so etwas denkt.“

„Wenn ich die Notrufnummer 110 einstelle, mache ich keine Werbung für einen Herzinfarkt oder Herzstillstand“, erklärte Kristina Hänel im Interview.

Kristina Hänel hat jahrelang für die Abschaffung des Paragrafen 219a gekämpft, ein Kampf, der viel länger gedauert hat, als sie dachte. „Wenn Sie es mir gesagt hätten, hätte ich mich eher davor gefürchtet, diesen Weg einzuschlagen“, sagt Hänel.

Angriffe von Abtreibungsgegnern auf den Arzt seien „massiv geworden“. Doch die „vielen Unterstützungs-E-Mails, Briefe, Telefonate“ hätten die Pro-Choice-Bewegung gestärkt, die sich für reproduktive und sexuelle Rechte einsetze.

Erst durch das Landgerichtsurteil habe er „die Möglichkeit, Verfassungsbeschwerde einzulegen“.

Die Frage, ob der Paragraf 219a gestrichen werden soll, sei nun Sache des Gerichts, so der Mediziner. Die Frage an sie lautet:

Hänel kündigte an, dass die Abstimmung im Bundestag von der Besuchertribüne aus verfolgt werde. Am Freitag werden laut Hänel auch weitere aufgrund des Paragrafen verurteilte oder denunzierte Ärzte anwesend sein.

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