Sonntag, Januar 29, 2023
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Drogengespräch bei "Hart aber fair" Normal trinken, Gras legal rauchen

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Ob die Pläne der Ampelkoalition dennoch umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Die drei Regierungsparteien wollen Cannabis legalisieren. In „Hart aber fair“ geht es in einer vergleichsweise nüchternen Diskussion um das Für und Wider.

Es gibt Themen in den ARD- und ZDF-Talkshows, da wünscht man sich mehr kritische Gäste und vielleicht einen provokativen Moderator. Am Montagabend stieß Talkshow-Star Louis Klamroth mit seinem Thema erstmals an eine Grenze. Für einen Moment flammen Emotionen auf. Es geht um den Drogenkonsum in Deutschland, fein säuberlich getrennt nach Alkohol und Cannabis, das die Bundesregierung bald teilweise legalisieren will. Zu Beginn werden neben Klamroth 32 Flaschen Wein und Sekt, 5 Flaschen Korn und Wodka sowie elf Kisten Bier aufgestellt, der durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland.

Eine besorgniserregende Menge, aber das Thema Alkohol ist dann schnell abgehakt. Podcasterin Nathalie Stüben spricht über ihre Alkoholsucht und warnt glaubhaft vor den entsprechenden Gefahren, kommt aber nicht so oft zu Wort, wie es hätte sein sollen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt, dass er hin und wieder das ein oder andere Glas Rotwein aus Genuss trinke. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sagt, er werde die oben genannte Sammlung nicht anlegen.

Es stellt sich heraus, dass Alkohol gefährlich ist, wenn man nicht aufpasst, aber eher ein Stimulans. Das Fazit wäre vielleicht anders ausgefallen, wenn man einen Suchtberater oder Jugendhelfer aus einem jener Problemkreise eingeladen hätte, mit denen man sich eigentlich mehr auseinandersetzen wollte. So können sich Lauterbach und Blume darüber freuen, dass Trunkenheit und Koma-Trinken bei jungen Leuten nicht mehr so ​​beliebt sind und weniger Alkohol konsumiert wird als noch vor 30 Jahren. „Die Menschen leben gemäßigter und gesundheitsbewusster“, freut sich Markus Blume und wirft der Bundesregierung im gleichen Atemzug vor, mit der Legalisierung von Cannabis neuen Suchtmitteln den Weg ebnen zu wollen. „Trinken kann das Rauchen von Gras nicht rechtfertigen“, sagt der bayerische Politiker.

Die geplante Cannabis-Legalisierung, ein Thema, das dem bayerischen Wahlkämpfer besonders wichtig zu sein scheint, geht dann relativ schnell voran. Hier ist er auf sicherem Boden und kann sich ein wenig durch die Regierung arbeiten. Doch im Gespräch mit dem Talkshow-erfahrenen Karl Lauterbach sieht er auch meist blass aus. Moderator Klamroth hätte hier ein wenig eingreifen können, macht aber auch an diesem Abend nicht immer eine gute Figur, wirkt überfordert und unvorbereitet. Lauterbach erkennt seinen Vorteil und nutzt ihn voll aus.

Zunächst zeigt ein Clip, was die Regierung eigentlich will: Kontrollierter Cannabisverkauf an Personen über 18 Jahren zu Freizeitzwecken. Schwächeres Cannabis, bei dem der THC-Gehalt niedriger ist, soll an unter 21-Jährige verkauft werden. Produktion, Lieferung und Vertrieb sollen staatlich kontrolliert werden. Der private Eigenanbau sollte in geringem Umfang erlaubt sein.

Die Bekämpfung der Drogenkriminalität sei ihm wichtig, sagt Lauterbach. Es muss etwas gegen den Drogenschwarzmarkt unternommen werden. Cannabis wird in Deutschland seit Jahren konsumiert und ist keine neue Droge. „Wir importieren kein Cannabis nach Bayern, das bekommt man nicht in den Griff“, sagt er direkt zu Blume.

Lauterbach habe die Wirkung von Cannabis heruntergespielt, warf Blume dem Minister wenig später vor. „Wenn sie etwas legalisieren, wächst die Nachfrage, und dann wird mehr konsumiert. Dadurch steigt auch die Zahl der Folgeerkrankungen.“ Diese könnten besonders für sehr junge Menschen gefährlich sein, wenn sie mit dem Rauchen beginnen. „Die Abgabe von Cannabis an Jugendliche wird aufs Schärfste bestraft“, kontert Lauterbach, verschweigt aber, dass Strafen noch nie jemanden vom Drogenkonsum abgehalten haben. Lauterbach sei wichtig, die Drogenkriminalität zu bekämpfen und keine mafiösen Strukturen wie in den Niederlanden zuzulassen.

„Aber das organisierte Verbrechen wird nicht einfach verschwinden. Es wird neue Wege finden, Geld zu verdienen. Wie gehen Sie vor?“ fragt Podcaster Stüben. „Wir werden den Cannabispreis so steuern müssen, dass er in einem Bereich liegt, in dem sich der Schwarzmarkt nicht mehr lohnt“, antwortet Lauterbach.

Darauf hat Blume gewartet: „Der Staat im Preiskampf mit der organisierten Kriminalität. Wie absurd ist das?“ er springt dazwischen. Lauterbach wirft ihm Polemik vor und weist erneut darauf hin, dass der Schwarzmarkt verschwinden werde, wenn Cannabis legal gekauft werden könne. Oder ob er jemals gehört hat, dass es einen Schwarzmarkt für eine legalisierte Droge wie Alkohol gibt. Auch Blume fällt keine Antwort ein.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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