Donnerstag, Dezember 8, 2022
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Drogenskandal vor Münchner Gericht verurteilt Polizisten zu Bewährungsstrafen

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2020 erschütterte ein Drogenskandal das Münchner Polizeipräsidium. Zwei inzwischen suspendierte Beamte erhalten nun eine Bewährungsstrafe. Noch schwerer als das Betäubungsmittelgeschäft wiegt ein weiterer Vorwurf: Falschaussagen vor Gericht und die Verfolgung Unschuldiger.

In einem Prozess um den Drogenskandal im Münchner Polizeipräsidium sind zwei suspendierte Beamte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht München verurteilte die beiden Männer zu einem Jahr und acht Monaten Haft – unter anderem wegen Verfolgung unschuldiger Menschen. Einer von ihnen wurde zudem wegen Weitergabe und Besitzes von Betäubungsmitteln verurteilt. Sie habe „in Abgründe geschaut, die ich nicht für möglich gehalten hätte“, so die Richterin in ihrem Urteil. Die Gespräche zwischen dem Beschuldigten und anderen Polizeikollegen seien „unmenschlich und widerlich“ gewesen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer einen Männerangriff auf sie fabrizierten und vor Gericht sogar falsche Aussagen machten, wo er von den Polizeibeamten wegen Lügens vor Gericht gestellt wurde. Beide Männer hatten den Vorwurf bestritten, unschuldige Menschen verfolgt zu haben.

Der Drogenskandal im Münchner Polizeipräsidium wurde 2020 nach einer Großrazzia öffentlich. Im Mittelpunkt der Geschichte über Polizisten, die Kokain nehmen, steht ein Drogendealer, der die Ermittlungen in Gang brachte, nachdem er seine uniformierten Kunden als Kronzeugen entlarvt und über polizeiliche Rabatte auf Kokain berichtet hatte. Jahrelang hatte die sogenannte „Soko Nightlife“ den Fall untersucht.

Die Staatsanwaltschaft führte Ermittlungen gegen 37 Polizisten durch und erhob Anklage in acht Fällen. 15 Ermittlungsverfahren wurden eingestellt, drei weitere gegen Geldzahlung. In zwölf Fällen wurde ein Strafbefehl beantragt, in acht Fällen – wie auch im aktuellen Verfahren – Anklage erhoben.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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