Freitag, Juni 24, 2022
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Dürre macht Italien zu schaffen Streit um das Wasser des Gardasees ist ausgebrochen

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Wegen der anhaltenden Dürre in Italien sinken die Pegel des längsten Flusses immer mehr. Um dem entgegenzuwirken, könnte Wasser aus dem Gardasee in den Po geleitet werden. Doch der Vorschlag stößt auf heftige Kritik. Denn der See ist nur zu 60 Prozent gefüllt.

Angesichts der Dürre ist in Italien ein Streit über die Idee entbrannt, Wasser aus dem Gardasee in den Fluss Po abzuleiten. Der Vorschlag kam in den vergangenen Tagen auf, weil Italiens längster Fluss derzeit extrem wenig Wasser führt. Mancherorts maßen die Behörden historische Tiefststände, wie der jüngste Lagebericht vom Montag zeigte. Die Idee war, Wasser aus dem noch zu etwa 60 Prozent gefüllten Gardasee zu entnehmen.

Dem widerspricht jedoch der Verband der Gemeinden am Gardasee. „Wenn wir mehr Wasser freisetzen, als für die Landwirtschaft erlaubt ist, und wir dem Antrag für den Fluss Po nachkommen, würden wir doppelten Schaden anrichten“, sagte Generalsekretär Pierlucio Ceresa. Es sei nicht so, dass der Gardasee kein Wasser für den Fluss Po abgeben wolle, erklärte Ceresa. Aber es gibt einfach nicht genug Wasser. Der Plan würde am Ende nicht nur einen „kranken Fluss Po“, sondern auch einen „kranken Gardasee“ hinterlassen. Ceresa sprach von der schlimmsten Krise seit 60 Jahren.

Vor allem in Norditalien herrscht seit mehreren Wochen eine extreme Dürre. Der Zivilschutz bereite sich auf einen landesweiten Einsatz vor, falls die Regierung wegen der Dürre den Ausnahmezustand ausrufe, sagte ein Sprecher der Behörde. Im Juli und August besteht aufgrund der Dürre eine große Waldbrandgefahr.

Der Bischof von Mailand, Mario Delpini, kündigte an, am Samstag für Wasser und für die Leidtragenden der Dürre zu beten. Der Bauernverband Coldiretti warnte vor Missernten und bis zu zehn Prozent weniger Milch durch den Stress der Nutztiere. Im nördlichen Piemont haben die Behörden in einigen Gemeinden bereits Trinkwasser rationiert, und auch in anderen Gebieten droht dies zu geschehen. Medienberichten zufolge hat der Energieversorger Enel wegen des Niedrigwassers im Po ein Wasserkraftwerk in der Nähe von Piacenza abgeschaltet.

(Dieser Artikel wurde erstmals am Dienstag, den 21. Juni 2022 veröffentlicht.)

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