Samstag, Oktober 1, 2022
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Ehemalige Kronkolonie: Hongkong trauert um den Verlust "Chefin"

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Auch in Hongkong ist die Anteilnahme am Tod der Queen groß. Viele Bewohner der ehemaligen britischen Kronkolonie gedenken der verstorbenen „Boss Lady“, wie vor allem ältere Hongkonger die Queen nennen.

Hunderte von Menschen versammelten sich vor dem britischen Konsulat in Hongkong, um Blumen zum Gedenken an Königin Elizabeth II niederzulegen. Einige standen Schlange, um ein Kondolenzbuch zu unterschreiben. Sechs Tage lang wird das britische Konsulat für die Öffentlichkeit zugänglich sein, um der verstorbenen Königin zu gedenken, die vielen in der Stadt als Si Tau Po bekannt ist, was auf Kantonesisch „Boss Lady“ bedeutet.

Hongkong war 156 Jahre lang britische Kolonie, bevor es vor 25 Jahren an die Volksrepublik China übergeben wurde. Königin Elizabeth II. besuchte die Stadt während ihrer Regierungszeit zweimal. Das sagte ein 66-jähriger Passant in der Nähe des britischen Konsulats in Hongkong ARD Hörfunk:

Ein 69-Jähriger, der auch die Kolonialzeit in Hongkong erlebt hat, erinnert sich, dass damals in Hongkong die britische Flagge gehisst wurde. Sie findet, dass Queen Elizabeth heute vielleicht noch mehr respektiert und geschätzt wird als früher: „Auch wenn es keine Demokratie gab, gab es Freiheit. Auch wir vermissen die alten Zeiten mit der Gedankenfreiheit sehr.“

Die Freiheiten in Hongkong haben in den letzten Jahren abgenommen. Der Einfluss der kommunistischen Staats- und Parteiführung in Peking hat zugenommen. Und dies, obwohl den Menschen in Hongkong Autonomie- und Freiheitsrechte bis zu ihrer Übergabe an die Volksrepublik im Jahr 2047 zugesagt wurden – in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag.

Vor zwei Jahren hat die Zentralregierung in Peking in Hongkong ein sogenanntes Nationales Sicherheitsgesetz eingeführt. Seitdem wurden viele Demokratieaktivisten, politische Gegner, Regierungskritiker und Journalisten verhaftet oder haben das Land verlassen. Lose nach Großbritannien.

Das Gesetz geht gegen alles vor, was als regierungskritisch angesehen wird. Dazu gehört auch die sogenannte „Verschwörung mit fremden Mächten“, die unter den aktuellen Bedingungen auch eine öffentliche Trauer um Königin Elizabeth II. in Hongkong riskant machen könnte.

Bei den Demokratieprotesten 2019 schwenkten Anhänger der Demokratie unter anderem auch Kolonialflaggen. Rückblickend sehen einige Aktivisten die Kolonialzeit als liberaler an als das heutige Hongkong. Von den Protesten ist heute nichts geblieben.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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