Mittwoch, Februar 8, 2023
StartNACHRICHTENEin „Last Generation“-Jahr: Neue Proteste „in jeder Stadt, in jedem Dorf“

Ein „Last Generation“-Jahr: Neue Proteste „in jeder Stadt, in jedem Dorf“

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Aktivisten der „neuesten Generation“ haben neue landesweite Protestaktionen angekündigt – „größer denn je“. Sie wollen die Einrichtung eines „Sozialrates“ erzwingen.

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 24. Januar 2022, blockierten erstmals zwei Dutzend Aktivisten der „letzten Generation“ die Zufahrten zu den Berliner Autobahnen. Unzählige weitere Straßensperrungen folgten, Proteste in Museen, Stadien, sogar an Pipelines oder Flughäfen. Die Aktionen sorgten für viel Aufregung, Strafanzeigen, Empörung von Politikern, Fluchen von Autofahrern, mehr als 1.200 Mal wurden Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen.

Ihre Ziele, allen voran ein neuer Neun-Euro-Schein und die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen, haben die Aktivisten aber noch nicht verwirklicht. Und so explodierte am Montag bei einer Online-Pressekonferenz der „nächsten Generation“ die Enttäuschung: Die Bundesregierung habe „ihre Aufgabe nicht erfüllt“ – sie sei nicht einmal zu den einfachsten Schritten bereit, erklärte Sprecherin Carla Hinrichs. Er zog jedoch eine positive Bilanz der Aktionen:

Nun hat sich auch die konkrete Zielsetzung der Aktivisten geändert: Sie fordern von der Politik nicht mehr die Umsetzung einzelner Maßnahmen, sondern die Einberufung eines „Sozialrates“: Dieser solle aus „zufällig ausgewählten Personen aus der Gesellschaft“ bestehen, erklärt die „ Last Generation“ Aktivist Jakob Beyer.

Der Grund: Demokratische Verfahren seien nicht demokratisch genug für ein adäquates Klimakatastrophenmanagement und „tiefgreifenden Wandel“, so Beyer. Der Vorstand soll konkrete Maßnahmen erarbeiten, mit denen Deutschland bis 2030 klimaneutral werden kann. Die Vorschläge des Gremiums sollen dann von der Politik umgesetzt werden – dazu soll sich die Bundesregierung vorab verpflichten.

An der Form des Protests – vor allem auf dem Platz – werde sich nichts ändern, sagte van Baalen auf ZDFheute-Anfrage. Aber warum erwarten Klimaschützer dann von der Politik – anders als in der Vergangenheit – jetzt plötzlich ihren Forderungen nachzukommen?

Die Erklärung der Aktivisten: Wenn sich nur genügend Menschen friedlich an dem Protest beteiligen, werde es irgendwann eine Zahl geben, „bei der die Politik diese Menschen nicht mehr ignorieren kann, sondern auf sie reagieren muss“, sagt van Baalen. Gerade der Ruf nach „mehr Demokratie“ bietet eine Chance, noch mehr Menschen zum Protest zu bewegen.

Allerdings ist mehr als fraglich, ob die „Next Generation“-Bewegung genug Gleichgesinnte haben wird, um den Protest tatsächlich bis in die hintersten Winkel Deutschlands zu tragen: Insgesamt beteiligten sich nach eigenen Schätzungen der Aktivisten rund 800 Menschen an der Sticker-Aktion Kampagnen auf betroffenen Straßen. Eine genaue Übersicht könne es laut Hinrichs nicht geben, die „Last Generation“ habe keine Mitgliederliste. Doch eine breite gesellschaftliche Unterstützung fehlt bisher: Laut einer Civey-Umfrage vom November gaben 86 Prozent der Befragten an, dass die „letzte Generation“ mit ihrem Handeln dem Thema Klimaschutz schade.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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