Mittwoch, Dezember 7, 2022
StartNACHRICHTENEin russischer Antikriegsreporter, der live im Fernsehen protestierte, flieht vor Hausarrest

Ein russischer Antikriegsreporter, der live im Fernsehen protestierte, flieht vor Hausarrest

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Ein russischer Fernsehjournalist, der einen Live-on-Air-Protest gegen die russische Invasion in der Ukraine veranstaltete, wurde von Moskau auf eine Fahndungsliste gesetzt, nachdem er offenbar dem Hausarrest entkommen war.

Marina Ovsyannikova machte im März, nur wenige Wochen nach Beginn des Ukrainekriegs, internationale Schlagzeilen, als sie während einer Abendnachrichtensendung auf dem Flaggschiff vor Studiokameras trat Kanal Eins mit einem Plakat mit der Aufschrift „Stoppt den Krieg“ und „Sie lügen euch an“.

Sie wurde wegen ihres Protests mit einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (460 Pfund) belegt, setzte aber ihren Widerstand gegen den Krieg fort. Bei einem anschließenden Solo-Protest in Moskau hielt sie ein Plakat hoch, auf dem stand: „Putin ist ein Mörder, seine Soldaten sind Faschisten.“

Der 44-Jährige wurde dann festgenommen und im August unter Hausarrest gestellt, bevor im Laufe dieses Monats ein Prozess erwartet wird. Bei einer Verurteilung drohen ihr 10 Jahre Haft.

Ihr Hausarrest sollte bis zum 9. Oktober andauern.

Allerdings die staatliche Nachrichtenagentur Russland heute hat berichtet, dass sie zusammen mit ihrer Tochter geflohen sei und ihr Aufenthaltsort unbekannt sei.

„Meine Ex-Frau hat letzte Nacht den Ort verlassen, den ihr das Gericht für den Hausarrest zugewiesen hat, und ist zusammen mit meiner 11-jährigen Tochter in unbekannte Richtung geflüchtet“, wird ihr Ex-Mann zitiert.

Am Montag war ihr Name zusammen mit einem Foto auf der Online-Justizflüchtlingsliste des Innenministeriums zu sehen.

Die Umstände, wohin sie ging oder wie sie ging, sind nicht klar.

Russland hat Anfang März, wenige Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine, neue Gesetze gegen die Diskreditierung oder Verbreitung „vorsätzlich falscher Informationen“ über die Streitkräfte verabschiedet.

Das bedeutete, dass den Menschen eine mögliche Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren droht, wenn sie absichtlich „gefälschte“ Nachrichten über das Militär verbreiten und damit jede öffentliche Kritik am Krieg kriminalisieren.

Mit Agenturen

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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