Donnerstag, Februar 2, 2023
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Ein Unternehmen hat Deutschland aufgegeben, um Leopard-2-Panzer an die Ukraine zu liefern

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Deutschland wird nun doch Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine liefern. Wie ntv aus Regierungskreisen erfuhr, soll eine Kompanie Leopard 2 A6 an die ukrainische Armee übergeben werden.

Nach tagelangem Warten hat Bundeskanzler Olaf Scholz endlich beschlossen, Kampfpanzer in die Ukraine zu liefern. Wie ntv aus Regierungskreisen erfuhr, soll eine Kompanie Leopard-2-Panzer an die ukrainische Armee übergeben werden. Eine Kompanie der Bundeswehr besteht aus 14 Panzern. US-Medien hatten zuvor berichtet, dass die USA auch geneigt seien, eigene Kampfpanzer vom Typ Abrams zu liefern. Berichten zufolge hat Scholz dies in einem Telefonat mit Präsident Joe Biden zur Bedingung gemacht. Der Leopard 2 A6 gehört zu den neueren Varianten seiner Art. Den ersten Panzer dieses Typs erhielt die Bundeswehr im Jahr 2001.

Auch andere europäische Länder wollen Leopard 2 in die Ukraine liefern, darunter Polen. Das Nato-Mitglied hat bei Deutschland bereits eine Ausfuhrgenehmigung beantragt. Auch diese Erlaubnis soll erteilt werden, wie die dpa berichtet. Auch andere europäische Länder erwägen, die Hauptkampfpanzer in die Ukraine zu schicken. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erwägt der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, 18 aus Deutschland geleaste Leopard 2 zu kaufen und der Ukraine zu spenden. Spanien schlug letztes Jahr eine Lieferung vor. Großbritannien hat letzte Woche angekündigt, 14 Challenger-Panzer zu liefern. „Politico“ berichtete, die USA wollten 30 „Abrams“-Panzer schicken.

In einer ersten Reaktion schrieb der ukrainische Regierungsbeamte Andrii Yermak auf Telegram, dass aus „ein paar hundert Panzern“ und „den besten Panzerbesatzungen der Welt“ aus der Ukraine eine „echte Faust gegen die Autokratie aus dem Sumpf“ werde.

Auch deutsche Verteidigungspolitiker begrüßten die Entscheidung, kritisierten sie aber auch. Roderich Kiesewetter von der CDU sagte gegenüber The Aktuelle News, die Entscheidung sei richtig, aber „viel zu spät“ gekommen. „Spätestens in Ramstein hätte es kommen müssen. Dann wäre der außenpolitische Schaden und Vertrauensverlust, der durch das Zögern offensichtlich entstanden ist, gar nicht erst passiert!“ So bleibt das Bild eines isolierten Aufschiebers, der den Eindruck erweckt, alleine zu sein und nur auf massiven Druck zu reagieren. Deutschland verpasste eine Gelegenheit, Führungsstärke zu zeigen. Er forderte nun auch die Lieferung von Leopard-1-Panzern und Leopard-2-Panzern vom Typ A4 – „in großer Zahl“.

FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, sagte: „Die Entscheidung war hart, sie hat viel zu lange gedauert, aber am Ende ist sie unvermeidlich. Dass Deutschland die Lieferung seines Leopard-2-Panzers durch Partnerländer genehmigt.“ und sie auch selbst überbringt, ist eine Heilsbotschaft für das gebeutelte und tapfere ukrainische Volk.“

Bundestagsvizepräsidentin und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt schrieb auf Twitter: „Der Leopard ist befreit!“ („Der Leopard wird befreit“). „Hoffentlich kann er der Ukraine jetzt schnell in ihrem Kampf gegen den russischen Angriff und für die Freiheit der Ukraine und Europas helfen.“

Der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber begrüßte die Entscheidung gegenüber The Aktuelle News. „Die Ukraine braucht dringend die Panzer, um die einfallenden Truppen zur Rückkehr nach Hause zu bewegen.“ Nun kann das Training der ukrainischen Besatzung „endlich“ beginnen. „Die konsequente und schnelle Umsetzung ist jetzt entscheidend und gleichzeitig die wichtigste Herausforderung für den neuen Verteidigungsminister“, sagte Faber.

Die Ukraine braucht Kampfpanzer, weil die Vorräte an Modellen aus der Sowjetzeit versiegt sind und die Russen ihre eigenen Waffenfabriken zerstört haben. Die Panzer sollen zur Abwehr einer möglichen russischen Frühjahrsoffensive beitragen und es der Ukraine ermöglichen, Gegenangriffe oder eigene Offensiven zu starten. Nach Angaben aus Kiew benötigt die Armee mehrere hundert Panzer. Der „Spiegel“ berichtete am vergangenen Wochenende, dass die Bundeswehr über 312 Leopard-2-Panzer verschiedener Baureihen verfügt. Als Quelle diente eine interne Liste der Bundeswehr. Dem Bericht zufolge sind davon nur 212 verfügbar.

Der Leopard-Hersteller Rheinmetall gab an diesem Dienstag bekannt, insgesamt 139 Leopard-Panzer in die Ukraine liefern zu können – 22 vom Typ 2A4, die das Unternehmen besitzt und innerhalb eines Jahres reparieren könnte. Es gibt auch 29 weitere, die ursprünglich für den Ringaustausch mit anderen Ländern gedacht waren, aber in nur drei bis vier Monaten einsatzbereit sein könnten. Außerdem stehen noch 88 veraltete Leopard-1-Panzer auf dem Hof.

In der vergangenen Woche wurde der Druck auf die Bundesregierung immer größer, eine Entscheidung über die Lieferung der Leopard-Panzer zu treffen. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte in der ARD gesagt, die Entscheidung werde im Kanzleramt fallen. Viele Beobachter reagierten enttäuscht, nachdem sich Deutschland beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am vergangenen Freitag in Ramstein nicht geäußert hatte. CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte, das Vorgehen der Bundesregierung habe zu einem Vertrauensverlust bei den Verbündeten geführt. Kiesewetter hatte zuvor gesagt, Exportgenehmigungen für andere Länder wären das Minimum gewesen.

Die Panzerfrage hatte zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten geführt. Berichten zufolge gab es in Ramstein einen intensiven Austausch zu diesem Thema. Die Amerikaner hatten darauf bestanden, dass Deutschland Leopard-2-Panzer lieferte. Dieser wird von manchen als das beste Modell der Welt angesehen und ist vor allem in Europa in großer Zahl erhältlich. Zehn Länder nutzen es. Seine Verwendung hätte praktische Vorteile. Die US-Armee müsste ihre Panzer zunächst über den Atlantik verschiffen. Bei unterschiedlichen Modellen müssten ukrainische Soldaten an unterschiedlichen Modellen ausgebildet und eine entsprechende Versorgungs- und Reparaturlogistik aufgebaut werden. Das wäre aufwändiger, als wenn nur Leopard-Panzer zum Einsatz kämen.

Scholz hatte sein Zögern nur öffentlich damit begründet, dass Deutschland keinen Alleingang machen und vermeiden wolle, selbst Kriegspartei zu werden. Mit „Alleingang“ meinte er offenbar, ohne die Amerikaner zu agieren, denn andere europäische Länder seien bereit, Leopard-Panzer zu liefern. Scholz wird an diesem Mittwoch eine Regierungserklärung im Bundestag abgeben.

Das Thema hatte auch in der Ampelkoalition für heftige Spannungen gesorgt. Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann hatte ebenso wie ihr Parteifreund Faber wiederholt die Auslieferung des Leopard 2 gefordert. Auch mehrere Grünen-Politiker hatten sich dafür eingesetzt. Außenministerin Annalena Baerbock hatte bereits am Wochenende im französischen Fernsehen gesagt, Deutschland werde anderen Ländern nicht im Wege stehen, sollten sie Leopard-Panzer liefern wollen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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