Samstag, Mai 21, 2022
StartNACHRICHTENEine weitere Luxusjacht von einem Oligarchen in Hamburg festgenommen

Eine weitere Luxusjacht von einem Oligarchen in Hamburg festgenommen

- Anzeige -


In ganz Europa haben die Behörden kürzlich Yachten russischer Oligarchen beschlagnahmt. Nun hat das BKA zum zweiten Mal auch eine Megayacht in Hamburg festgesetzt: die 400 Millionen Dollar teure „Luna“.

Einen Monat nach der „Dilbar“ nahmen die deutschen Behörden aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland eine weitere Luxusjacht, die „Luna“, fest. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die tatsächlichen Eigentümer der Yacht ermittelt, der Eigner steht seit dem 8. April auf der Sanktionsliste der Europäischen Union, wie ein BKA-Sprecher heute mitteilte. Einen Namen nannte die Behörde in der Mitteilung nicht, nannte aber auf Twitter den Namen Farkhad Achmedov.

Akhmedov (66) ist laut EU-Sanktionsliste ein russischer Geschäftsmann, der im Energiesektor und in der russischen Kommunalpolitik tätig ist. „Er steht dem Kreml nahe und ist ein führender Geschäftsmann und in Wirtschaftssektoren tätig, die als wichtige Einnahmequelle für die Regierung der Russischen Föderation dienen“, heißt es in der Liste der Sanktionsgründe.

„Die Luxusyacht M/S Luna unterliegt damit dem Sanktionsrecht und könnte im Hamburger Hafen rechtskräftig fixiert oder eingefroren werden“, heißt es in der BKA-Mitteilung. Damit dürfe die Yacht den Hafen zwar nicht dauerhaft verlassen, sei aber „aus technischen Gründen sowieso nicht verschiffungsfähig“. Der Schätzwert des Schiffes wird vom Bundeskriminalamt mit rund 400 Millionen Euro angegeben.

Dank der Sanktionsliste kann die EU mit Hilfe der Mitgliedsländer die Vermögenswerte russischer Oligarchen einfrieren. Und das sind nicht nur Konten: Eine spezielle transatlantische Task Force mit den USA, der EU-Kommission, Kanada, Frankreich, Italien und Deutschland soll Privatjets, Luxuswohnungen und Yachten der Superreichen aufspüren und einsammeln sind dem Kreml treu.

Konkret bedeutet das „Einfrieren wirtschaftlicher Ressourcen“ nach EU-Verordnung, dass die Yachten nicht für Dienstleistungen genutzt, aber auch nicht verkauft, vermietet oder belastet werden dürfen. Für die Durchsetzung der Sanktionen sind die Behörden der EU-Mitgliedstaaten zuständig.

Und sie waren bereits mehrfach aktiv: Mitte April hatten die deutschen Behörden die ebenfalls im Hamburger Hafen liegende Luxusjacht „Dilbar“ festgenommen. Es gehört dem russischen Oligarchen Alisher Usmanov, einem 68-jährigen Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 16,8 Milliarden US-Dollar. Seit Ende Oktober liegt die 156 Meter lange und 24 Meter breite Superyacht zum Umbau bei Blohm + Voss.

Rund 600 Millionen Dollar soll Usmanov für die Luxusyacht bezahlt haben. Gemessen an der Bruttoraumzahl ist das knapp 16.000 Tonnen schwere Schiff die größte Motoryacht der Welt. In normalen Zeiten besteht die Besatzung aus 96 Personen. Die Yacht verfügt über 12 Suiten, einen 25-Meter-Pool und zwei Hubschrauberlandeplätze.

Anfang März beschlagnahmte der französische Zoll an der Mittelmeerküste auch die Jacht von Igor Sechin, Chef des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft und engen Vertrauten Putins. Die Yacht „Amore Vero“ („Wahre Liebe“) wird 86 Meter lang sein und sieben Luxussuiten, ein Kino, einen Schönheitssalon und eine Garage für Wasserskiboote beinhalten. Geschätzter Kaufpreis: 120 Millionen US-Dollar.

Auch die „Sailing Yacht A“ wurde im März fixiert, sie gilt als die größte Segelyacht der Welt. Beamte der italienischen Finanzpolizei hatten das auf rund 530 Millionen Euro geschätzte Schiff im Hafen von Triest festgenommen. Kürzlich beschlagnahmte Italien auch eine mutmaßliche Putin-Yacht.

Viele andere Oligarchen-Yachten wurden kürzlich von den europäischen Behörden gestoppt. In Luxemburg zum Beispiel wurde nach Recherchen der kürzlich eine Superyacht gestohlen SWR die Zulassungsbescheinigung entzogen.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare