Sonntag, Januar 16, 2022
StartNACHRICHTENEinsatz gegen Ermittlungsgruppe gegen Missbrauch "Berg" befreit 65 Kinder

Einsatz gegen Ermittlungsgruppe gegen Missbrauch "Berg" befreit 65 Kinder

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Das Ermittlungsteam der Polizei „Berg“ geht seit 2019 gegen ein Netzwerk von Kindesmissbrauchstätern in Bergisch Gladbach vor. Bisher wurden 65 Kinder und Jugendliche freigelassen und 439 Tatverdächtige identifiziert. Die Ermittler haben „enormes Leid gesehen“.

Die polizeiliche Ermittlungsgruppe „Berg“, die auf Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach zurückgeht, hat in den vergangenen zwei Jahren 65 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren befreit und 439 Tatverdächtige identifiziert. Das teilte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob in einem Lebenslauf mit. „Jede Stunde, die wir hier verbracht haben, hat sich gelohnt“, sagte er.

Das jüngste Kind, das vom polizeilichen Ermittlungsteam „Berg“ aus einer Missbrauchssituation gerettet wurde, war erst drei Monate alt. Das Baby sei von seinen Peinigern vergewaltigt worden, sagte der Leiter des Ermittlungsteams, Michael Esser. Die Mitglieder von „Berg“ hätten „enormes Leid gesehen“, was zu psychischen Belastungen geführt habe, sagte er. Die Situationen seien teilweise „sehr surreal“ gewesen, etwa wenn die Kinder nach der Trennung von den Tätern weinten.

Bei einer Anhörung in Aachen zum Beispiel klammerte sich ein Mädchen verzweifelt an ein Stofftier, das ihr ihr Onkel geschenkt hatte. „Die Tragödie in dieser Aussage hat uns alle mitgenommen, denn dieser Onkel war unser Verdächtiger, der ihr unbeschreibliches Leid angetan hat“, heißt es in einem Bericht des Einsatzleiters. „Selbst die erfahrensten Ermittler waren schockiert über die Schwere des Missbrauchs.“

Der Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beschreibt ein großes Netzwerk von Tatverdächtigen, die sich online über Kindesmissbrauch austauschten. Der Fall begann, als die Ermittler im Herbst 2019 einen Vater in Bergisch Gladbach wegen einer Fahndung ansprachen. Über seine Kontakte fanden sie immer mehr Verdächtige.

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