Freitag, August 12, 2022
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Einschätzung Großbritanniens: Russen verlegen Truppen nach Südwesten

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Nach Angaben britischer Geheimdienste verlagert Russland seine Truppen aus der Ostukraine in den Südwesten – ob zum Angriff oder zur Verteidigung, ist unklar. London spricht von einer neuen Phase des Krieges.

Nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes steht der Krieg in der Ukraine kurz vor dem Eintritt in eine neue Phase. Die meisten Kämpfe verlagerten sich daher vom Donbass auf eine fast 350 Kilometer lange Front, die sich im Südwesten parallel zum Dnjepr erstreckt. Die Kampflinie würde dann von der Gegend um Saporischschja nach Cherson verlaufen. Das teilte das Verteidigungsministerium in London auf Twitter unter Berufung auf den jüngsten Geheimdienstbericht mit.

Den Erkenntnissen zufolge versammelten sich russische Truppen in der Südukraine. Dort erwarteten sie eine ukrainische Gegenoffensive oder bereiteten einen möglichen eigenen Angriff vor. Lange russische Konvois aus Militärlastwagen, Panzern und Artillerie bewegen sich immer noch südwestlich vom Donbass in der Ostukraine, heißt es in dem Geheimdienstbericht.

Taktische Bataillone mit 800 bis 1000 Soldaten sind auf der Halbinsel Krim stationiert und sollen russische Truppen in Cherson unterstützen. Die Region liegt gegenüber der 2014 von Russland annektierten Krim auf dem ukrainischen Festland.

Nach britischen Angaben konzentrieren die ukrainischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Brücken, Munitionsdepots und Eisenbahnverbindungen im Süden. Darunter ist die strategisch wichtige Eisenbahnverbindung, die Cherson mit der Krim verbindet. Die ukrainischen Angriffe kommen in immer kürzeren Abständen.

Die Ukraine sagte unterdessen, russische Truppen hätten Panzer und Artillerie eingesetzt, um das Dorf Bakhmut anzugreifen, einen Eckpfeiler des Verteidigungssystems um den letzten von der Ukraine besetzten Ballungsraum im Donbass.

Das Hauptquartier der ukrainischen Truppen im Osten liegt im Gebiet zwischen Slowjansk und Kramatorsk, wo vor dem Krieg gut eine halbe Million Menschen lebten. Dieses Gebiet wird von Osten durch die Befestigungslinie Siwersk – Soledar – Bakhmut gesichert. Diese gerät nun an mehreren Stellen ins Wanken.

Im Süden des Landes rücken offenbar ukrainische Truppen vor. Dort konzentrierten sich die russischen Einheiten laut Lagebild auf die Verteidigung ihrer Stellungen in den besetzten Gebieten. Das Südkommando des ukrainischen Militärs hatte zuvor berichtet, dass es mindestens sechs russische Waffen- und Munitionsdepots und zwei Kommandoposten in der Region Cherson zerstört habe. Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.

Auch um das größte europäische Atomkraftwerk in Saporischschja wird gekämpft. Die von russischen Truppen besetzte Anlage wurde gestern von Artillerie beschossen. Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig der Verantwortung. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensykj sagte, Russland habe das Atomkraftwerk selbst angegriffen. Er sprach von einem „Terrorakt“ und forderte weitere Sanktionen gegen Russland.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Internationale Atomenergiebehörde besorgt gezeigt. Eine Inspektion zur Überprüfung der technischen Sicherheit des Atomkraftwerks sei dringend erforderlich, sagte IAEO-Chef Rafael Grossi.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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