Sonntag, September 25, 2022
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Elf Tote, 160 Verletzte Schiiten stürmen Regierungspalast in Bagdad

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Die politische Krise im Irak spitzt sich zu: Auch Monate nach den Parlamentswahlen gibt es keine neue Regierung. Nun verkündet Wahlsieger Muqtada al-Sadr seinen Rückzug aus der Politik – und seine Anhänger gehen auf die Barrikaden. Vor dem Regierungspalast eskalierte die Gewalt.

Anhänger des einflussreichen Schiitenführers Muqtada al-Sadr haben den Regierungspalast in Bagdad gestürmt. Bei den Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften wurden mindestens elf Menschen getötet und 160 Menschen verletzt, so medizinische Kreise. Irakische Streitkräfte feuerten Schüsse und Tränengas ab, um Demonstranten aus dem Regierungspalast zu vertreiben.

Kurz vor dem Unwetter verkündete der 48-jährige Geistliche al-Sadr seinen Rückzug aus der Politik. Das Büro von Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi befindet sich in dem Gebäude in einer eigentlich hochgesicherten Grünen Zone. Dies verschärft die politische Krise im Irak weiter, nachdem Demonstranten vor einem Monat in das Parlamentsgebäude eingebrochen waren.

Zehn Monate nach den Parlamentswahlen können sich die Parteien immer noch nicht auf einen Präsidenten oder Regierungschef einigen, während das Land unter Wirtschaftskrise, Inflation und Korruption leidet. Die Bewegung al-Sadrs ging zwar als klarer Wahlsieger hervor, verfehlte jedoch die für die Präsidentschaftswahl erforderliche wichtige Zweidrittelmehrheit. Dies führte zu einem politischen Patt.

Zum zweiten Mal nach 2014 hat al-Sadr seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Weniger als zwei Stunden nach der Ankündigung strömten Demonstranten in die Grüne Zone. Die Demonstranten entfernten Absperrungen und kletterten über Zäune. Sicherheitskräfte versuchten, die Menge mit Wasserwerfern zu zerstreuen. Die Belagerung des Palastes wurde trotz einer seit dem Nachmittag geltenden Ausgangssperre fortgesetzt. Zeugen berichteten, am späten Abend Schüsse in der Grünen Zone gehört zu haben.

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich besorgt über die Proteste. UN-Sprecher Stephane Dujarric sagte in New York, er rief zu Ruhe und Zurückhaltung auf und appellierte an alle relevanten Akteure, unverzüglich Schritte zur Deeskalation zu unternehmen und jegliche Gewalt zu vermeiden. Alle Parteien und Akteure sollten ihre Differenzen überwinden und ohne weitere Verzögerung einen friedlichen und umfassenden Dialog auf einem konstruktiven Weg nach vorne führen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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