Samstag, Oktober 1, 2022
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Energiekrise: Kreative Ideen gegen die Brotinflation

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Bäckereien kämpfen mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen. Um ihr Brot dennoch vergleichsweise günstig anbieten zu können, werden einige kreativ und bieten „Inflationsbrot“ an.

In der Auslage der Bäckerei von Mario Fritzen sticht sein „Inflationsbrot“ hervor. „Nicht alles muss teurer sein“, schrieb der Bäcker auf das Preisschild. 2,50 Euro für 750 Gramm kostet das „Inflationsbrot“ in seinem Laden in Kürten östlich von Köln – deutlich weniger als seine anderen Sorten.

„Es ist ein einfaches Rezept – ein Weizenmischbrot ohne viel Schnickschnack“, sagt Bäcker Fritzen. Er sieht das „Inflationsbrot“ als Angebot für Kunden mit wenig Geld, die trotzdem in einer Handwerksbäckerei einkaufen wollen. Gewinn macht er damit nicht.

Bäckereien in Deutschland kämpfen überall mit Preisexplosionen. Laut Zentralverband Deutscher Bäcker betreiben rund 70 Prozent von ihnen ihre Backöfen mit Gas. Auch diejenigen, die auf Strom und Öl angewiesen sind, müssen große Preissteigerungen hinnehmen. Zudem sind Rohstoffe wie Zucker, Mehl und Butter teurer geworden. Als weiteren Preistreiber nennen die Unternehmen die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde ab Oktober.

Die Krise trifft eine Branche, die bereits in Schwierigkeiten steckt. Vor acht Jahren gab es bundesweit noch rund 12.600 Bäckereien, im vergangenen Jahr waren es weniger als 10.000. Unter anderem leiden die Unternehmen unter der Konkurrenz der Discounter. Viele von ihnen befürchten, dass sie weitere Kunden an Supermärkte verlieren könnten, wenn sie die Preise für Brot und Brötchen zu stark anheben.

In Hilden bei Düsseldorf versucht Bäcker Roland Schüren die Krise zu nutzen, um nachhaltiger zu produzieren. Der Bio-Bäcker verwendet Brotreste für sein „Anti-Inflations-Brot“: „Wir haben 20 Prozent des Mehls durch Brotreste ersetzt, die wir natürlich getrocknet, gemahlen und geröstet haben“, sagt Schüren. Diese Reste werden eingeweicht und dem Teig beigegeben, was Mehl spart.

Mit seinem „Anti-Inflation-Brot“ verfolgt er auch eine Marketing-Idee: „Wir hoffen natürlich, dass Kunden, die da durchkommen und dieses Brot kaufen, vielleicht auf die Idee kommen, bei uns im Laden noch etwas mitzunehmen “, erklärt der Bäcker. Es sind schwere Zeiten für beide Seiten – Verbraucher und Bäckereien.

Im südlichen Münsterland geht Bäcker Michael Tenk einen anderen Weg. Sein „Inflationsbrot“ lässt er sich von einer örtlichen Baufirma sponsern. 50 Cent zahlt der Sponsor für jedes verkaufte Brot, sein Logo und seine Website prangen auf dem Preisschild.

Von anderen Bäckern habe er für diese Idee positives Feedback bekommen, sagt Tenk: „Vielleicht kopieren es ja einige.“ Der Kunde wird durch das Sponsoring entlastet und das Unternehmen nicht belastet.

Mit ihren „Inflationsbroten“ wollen die Bäcker einerseits gegen steigende Preise ankämpfen, andererseits aber auch auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks warnt vor einer Insolvenzwelle, wenn der Staat nicht entlastet.

„Hilfe muss kommen“, sagt Fritzen. Sonst hat er Angst, irgendwann nicht mehr über die Runden zu kommen.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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