Montag, Januar 30, 2023
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Entwicklungsministerium: „Strategia Africa“ ​​setzt auf Klimaprojekte

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Bundesentwicklungsminister Schulze stellte seine Strategie für afrikanische Länder vor. Er will die Entwicklung einer klimafreundlichen Wirtschaft gezielt vorantreiben.

Deutschland will den klima- und umweltschonenden Umbau der Wirtschaft in afrikanischen Ländern stärker fördern. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte in Berlin bei der Vorstellung der neuen „Strategie für Afrika“ ihres Ministeriums:

Die Entwicklung des Kontinents wird das 21. Jahrhundert prägen. „Wir sprechen über die größte Generation afrikanischer Jugend aller Zeiten.“ Die Entwicklungen in Afrika werden sich laut Schulze zunehmend auf Deutschland und Europa auswirken.

Deutschland kooperiert beispielsweise mit Ruanda und Kenia. In Kenia zum Beispiel muss die Wiederaufforstung fortgesetzt und der Stromsektor weiter umstrukturiert werden. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien von derzeit 90 % auf 100 % gesteigert werden. Die Bundesregierung erhofft sich vom Land eine Vorbildfunktion in Afrika.

Gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien und den USA hat Deutschland zudem eine Partnerschaft mit Südafrika zum Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart. Südafrika ist stark von Kohle abhängig. Auch mit Südafrika, Marokko, Tunesien und Algerien wird der Bau von Pilot- und Referenzanlagen für grünen Wasserstoff unterstützt.

Das sind die einzelnen Schwerpunkte:

Die Zahl der Menschen in Afrika könnte bis 2050 zweieinhalb Milliarden erreichen. In Subsahara-Afrika könnte sich die städtische Bevölkerung in nur wenigen Jahrzehnten nahezu verdreifachen. „Jedes Jahr werden 25 Millionen neue Jobs benötigt“, heißt es in dem Strategiepapier. Unter dem Stichwort „Sozial-ökologische Transformation“ („Just Transition“) sollen Wirtschaftsbereiche in der Entwicklungszusammenarbeit stärker unterstützt werden, die Arbeitsplätze zu fairen Löhnen schaffen und Umwelt und Klima nicht schaden. Im Fokus stehen der Ausbau erneuerbarer Energien, die Impfstoffproduktion und das Abfallrecycling oder die Wasser- und Sanitärversorgung.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Abhängigkeit Afrikas vom Getreide dieser beiden Länder besonders deutlich gemacht. Als Reaktion darauf hat Deutschland im vergangenen Frühjahr die Allianz für globale Ernährungssicherung ins Leben gerufen. Das Gremium, in dem auch die Afrikanische Union aktiv ist, soll künftig eine schnelle und koordinierte Reaktion auf Hungerkrisen ermöglichen. Im November ging das „Global Food and Nutrition Security Dashboard“ online, eine Plattform, die Daten zum Ernährungszustand und zu finanziellen Bedürfnissen sammelt und veröffentlicht.

Die Afrikanische Union hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2040 rund 60 % aller benötigten Impfstoffe auf dem Kontinent selbst hergestellt werden. Deutschland hat nach eigenen Angaben seit 2021 mehr als eine halbe Milliarde Euro für beitragende Projekte zur Verfügung gestellt – für die Ausbildung von Fachkräften, für Beratung oder für den Aufbau von Produktions- und Logistikanlagen in Ruanda, Ghana, Südafrika und Senegal.

Bis 2025 will das Entwicklungsministerium den Anteil der Mittel, „die direkt oder indirekt zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen“, von 64 auf 93 Prozent erhöhen. Dazu gehört auch die Stärkung sogenannter reproduktiver Rechte. Berichten zufolge hat ein Drittel der Frauen in Afrika keinen Zugang zu den gewünschten Verhütungsmitteln.

Eine Afrikanische Freihandelszone (AfCFTA) wird ausdrücklich befürwortet. Deutschland hat den Angaben zufolge das AfCFTA-Sekretariat bisher mit 79 Millionen Euro unterstützt. Handelsregeln werden dort ebenso ausgearbeitet wie verbesserte Qualitätsstandards und eine schnellere Zollabfertigung. Die Weltbank schätzt, dass eine solche Freihandelszone den innerafrikanischen Handel bis 2035 um bis zu 81 % steigern könnte. Deutschlands langfristiges Ziel ist ein kontinentales Handelsabkommen zwischen der EU und Afrika.

In einem Pilotprojekt der Europäischen Union und des Entwicklungsministeriums zu Arbeitsmigration und Mobilität zwischen Nordafrika und Europa werden Arbeitsagenturen in Tunesien, Marokko und Ägypten geschult und mit Arbeitsagenturen in Belgien, Frankreich und Deutschland vernetzt. Deutsche Unternehmen können auf diese Weise Stellen besetzen, wenn sie in Deutschland niemanden finden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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