Dienstag, Januar 31, 2023
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Erdogan blockiert Nato-Pläne Finnland erwägt lautstark einen Beitritt ohne Schweden

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Angesichts einer Koranverbrennung in Stockholm droht Erdogan, Schwedens Nato-Beitritt zu blockieren. Ihr Chef besteht auf Meinungsfreiheit. Finnland hingegen überlegt offenbar bereits, nicht länger auf seinen nordischen Partner zu warten.

Nach den drastischen Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Nato-Mitgliedschaft Schwedens hat sich Finnland erstmals offen gezeigt, dem Bündnis möglicherweise ohne seinen nordischen Partner beizutreten. Finnland könnte gezwungen sein, einen NATO-Beitritt ohne seinen langjährigen Verbündeten Schweden in Betracht zu ziehen, sagte Außenminister Pekka Haavisto gegenüber dem finnischen Sender Yle.

Mit Blick auf die Sicherheit der beiden Länder sei ein gemeinsames Vorankommen natürlich nach wie vor die absolut erste Option, sagte Haavisto. Allerdings muss man bereit sein, die Lage neu zu bewerten, wenn sich herausstellt, dass der schwedische Nato-Antrag langfristig festgefahren ist. Es ist noch zu früh, sich dazu zu äußern.

Nach der Koranverbrennung durch einen islamfeindlichen Provokateur in Stockholm sagte Erdogan am Montagabend, Schweden könne nicht mit der Unterstützung der Türkei für eine Nato-Mitgliedschaft rechnen. „Wenn Sie der türkischen Republik oder den religiösen Überzeugungen der Muslime keinen Respekt entgegenbringen, dann können Sie von uns in Sachen Nato keine Unterstützung bekommen“, sagte er in Ankara. Haavisto sagte, solche Proteste spielten mit der Sicherheit Finnlands und Schwedens.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wies die Drohung Erdogans zurück. Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut „in Schweden und in allen anderen Nato-Staaten“, und solche Proteste seien „nicht automatisch illegal“, sagte Stoltenberg. Er selbst finde die Koranverbrennung als Protest unangemessen, sagte er dem Fernsehsender Welt, aber die Meinungsfreiheit müsse geschützt werden.

Unterdessen vermuteten die USA, dass der rechtsextreme schwedische Politiker Rasmus Paludan einen Sabotageakt gegen die Nato-Einheit begangen haben könnte. „Das Verbrennen heiliger Bücher ist ein zutiefst respektloser Akt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price. Möglicherweise handelte es sich um die Tat eines „Provokateurs“ in Stockholm, der „absichtlich versuchte, Distanz zwischen zwei unserer engen Partner – der Türkei und Schweden“ zu schaffen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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