Sonntag, Oktober 2, 2022
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Erfolg der Reform KSK-Kommandant sieht neue Aufgaben vor sich

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Vor zwei Jahren stand die Zukunft des Special Forces Command nach Extremismusfällen auf dem Spiel. Ein Reformprogramm ist nun fast vollständig umgesetzt. Der Kommandant blickt ein Jahr nach der Übernahme des Kommandos in die Zukunft.

Der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, Brigadegeneral Ansgar Meyer, sieht den von Extremismus-Fällen erschütterten Eliteverband nach einigen Reformen „auf dem richtigen Weg“. „Mit dem aktuellen Stand des Reformprozesses hat das KSK die Chance, sich wieder auf Einsatz und Einsatzbereitschaft zu konzentrieren. Das ist wichtig“, sagte Meyer ein Jahr nach seinem Amtsantritt und wenige Tage vor dem formalen Abschluss eines 60-Punkte-Programms für Änderungen.

Meyer war auch der letzte Kommandeur des deutschen Kontingents in Afghanistan, bevor er im September vergangenen Jahres an den KSK-Standort Calw in Baden-Württemberg wechselte. „Die überwiegende Mehrheit des KSK hat seinen Auftrag treu und loyal erfüllt. Diese Frauen und Männer gehen den eingeleiteten Reformprozess aus tiefster Überzeugung mit“, sagte Meyer. Aufgrund der besonderen Kameradschaft und des notwendigen Vertrauensverhältnisses gab es in der Vergangenheit zu wenig Resonanz. „Fehlentwicklungen wurden nicht frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen nicht ergriffen. Nach einem Jahr als verantwortlicher Kommandant glaube ich, dass vieles hätte vermieden werden können“, sagte er.

Vor gut zwei Jahren schien die Zukunft der Eliteeinheit auf dem Spiel zu stehen. Es habe rechtsextremistische Vorfälle gegeben, den Fund einer bei einem Soldaten verwahrten Waffe und Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition. Die 2. KSK-Kompanie wurde im Juli 2020 aufgelöst. Viele der Verdächtigen waren zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr dort.

Am Dienstag öffnet das KSK-Besucherzentrum in Calw. Er soll für eine transparentere Öffentlichkeitsarbeit stehen und zu einer besseren Integration des KSK in die Bundeswehr und in die Gesellschaft beitragen.

Die Veränderung der sicherheitspolitischen Lage in ganz Europa nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat nun auch das KSK erreicht. Laut Meyer ist der Verband bereit für Aufträge zur Verteidigung von Partnern im transatlantischen Bündnis. Die Pläne dazu werden derzeit in der Nato überarbeitet. Es gibt bereits ein Partnerprogramm mit Litauen und eine verstärkte Zusammenarbeit, die später auf die anderen baltischen Staaten und Polen ausgeweitet werden soll.

Zu den Aufgaben der Spezialeinheiten gehören die Bergung von Geiseln und Evakuierungsaktionen, aber auch die Aufklärung hinter feindlichen Linien und die Bekämpfung sogenannter High-Value-Ziele. „Wir haben viele Fähigkeiten. Passen diese Fähigkeiten noch zu einem erweiterten Aufgabenspektrum? Das muss jetzt kritisch hinterfragt werden. Das muss natürlich auch politisch unterstützt werden“, sagte Meyer. Und: „Es gibt Spezialeinheiten auf der Welt, die auch offiziell das Portfolio haben, Staaten zu destabilisieren. Das wäre für mich aus deutscher Sicht schwer vorstellbar.“

Durch die Ausbildung des KSK könne das Kommando auch Aufgaben im Rahmen der Bündnisverteidigung wahrnehmen, „die mit geringem Kraftaufwand eine relativ hohe Wirkung erzielen können“, sagte Meyer. Es muss eine Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen geführt werden. Meyer: „Im Moment würde ich die Aufgabe von Spezialeinheiten in einem solchen Fall eher darin sehen, Spezialeinheiten zu bekämpfen, die versuchen, uns anzugreifen. Also aufklären, kämpfen, verhindern, dass das überhaupt passiert.“

Der Konflikt in der Ukraine zeigt, dass Spezialkräfte auf vielfältige Weise und nicht immer in Spezialeinsätzen eingesetzt werden. Meyer: „Insbesondere die ukrainischen Spezialkräfte konnten viele Situationen im Jagdgefecht lösen, Widerstand leisten, Angriffsspitzen zum Stehen bringen, weil sie hochprofessionell, gut ausgebildet, gut ausgerüstet und schnell reaktionsfähig waren. “ Meyer wies auf die Folgen von Einsatzentscheidungen hin: „Man muss sich bewusst sein, dass es keinen sauberen Krieg gibt. Es wird immer Kollateralschäden geben, es wird immer Opfer geben.“

Geeignete Soldaten für das KSK in ausreichender Zahl zu finden, bleibt eine schwierige Aufgabe. „Ich brauche den Kommandosoldaten, der ein fünfstöckiges Haus im Sturm erobern kann und noch fit genug ist, um sich mental zu entscheiden: Schießen oder nicht schießen“, sagte Meyer. „Alles muss stimmen und stimmig sein“. „Am Ende, wenn es beispielsweise darum geht, eine Geisel zu befreien, muss man in Sekundenbruchteilen entscheiden: Das ist die Geisel. Das ist womöglich ein Geiselnehmer, der uns beide, die Geisel und mich, gefährdet das ist ein Zuschauer.“ Die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen ist ein Schlüssel zum Erfolg. Der General: „Unser Hauptwaffensystem ist das Team.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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