Samstag, Oktober 1, 2022
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Erleichterung in NRW Belgien schaltet "Rift-Reaktor" aus Antwerpen

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Belgien macht einen ersten Schritt zum Atomausstieg: Nach rund 40 Jahren Betrieb wird einer der umstrittensten Reaktoren des Landes am Abend abgeschaltet. Angesichts des Ukraine-Krieges und der Energiekrise gibt es auch in Belgien Streit um die Versorgungssicherheit.

Belgien hat einen umstrittenen Kernreaktor in der Nähe von Antwerpen endgültig abgeschaltet. Die Meiler Doel 3 liefere seit Freitagabend keinen Strom mehr, sagte eine Sprecherin des Betreibers Engie. Jahrelang hatten deutsche Atomkraftgegner und Politiker bis hin zur Bundesregierung für den Ausstieg gekämpft. Doel 3 wurde vor rund 40 Jahren in Betrieb genommen. Es ist der erste der sieben belgischen Reaktoren, der abgeschaltet wird.

In den kommenden Stunden und Tagen werde nun die Temperatur des Reaktors abgesenkt, sagte die Sprecherin. Bereits 2012 hatten Experten in Block Doel 3 bei Antwerpen und in einem weiteren Reaktor bei Lüttich tausende Haarrisse in den Reaktordruckbehältern gefunden. Dennoch ließ Belgien die beiden Reaktoren weiterlaufen, ohne die Nachbarländer anzuhören und die Umweltverträglichkeit zu prüfen – rechtswidrig, wie unter anderem der Europäische Gerichtshof urteilte.

Der zweite Störreaktor Tihange 2, rund 50 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze bei Aachen entfernt, soll bis zum 1. Februar abgeschaltet werden. „Wenn die beiden Reaktoren vom Netz gehen, wird NRW sicherer“, sagte Umweltminister Oliver Krischer. Der Grünen-Politiker hatte sich jahrelang für die Abschaltung der sogenannten „Rift-Reaktoren“ eingesetzt.

Wegen der Energiekrise ist der ursprünglich bis 2025 geplante Atomausstieg in Belgien umstritten. Zuletzt sicherten die Atomkraftwerke dort rund die Hälfte des Strombedarfs. Die Brüsseler Regierung hatte bereits im Frühjahr vereinbart, dass die beiden jüngsten Reaktoren bis 2035 weiterlaufen, wenn die Versorgungssicherheit ansonsten nicht gewährleistet sei. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass bis 2025 nicht nur fünf, sondern alle sieben Reaktoren in Belgien vom Netz gehen“, sagte Krischer der „Aachener Zeitung“. „Aber ich muss akzeptieren, dass die Belgier angesichts der Energiekrise und des Ukraine-Krieges entschieden haben, die beiden jüngsten Reaktoren weiter zu betreiben.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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