Dienstag, Dezember 6, 2022
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Ermittlungen gegen Mitarbeiter Menschliches Versagen bei Güterzugunglück vermutet

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In Niedersachsen kollidiert ein Güterzug mit einem wartenden Zug, dabei entweicht explosives Propangas. Erste Ermittlungen hätten nun ergeben, dass der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen sei, teilte die Polizei mit. Gegen einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn wird ermittelt.

Nach einem schweren Unfall zwischen zwei Güterzügen in Leiferde im Landkreis Gifhorn sind die Einsatzkräfte vier Tage nach dem Unglück noch immer mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Derzeit werde versucht, das explosive Propangas aus zwei havarierten Kesselwagen zu holen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Das Gas wird in eine sogenannte Fackel geleitet und am Ende kontrolliert abgebrannt. Zuvor war das Gas aus den umgestürzten Kesselwagen abgepumpt worden.

Aufgrund der Unwucht konnten die Kessel jedoch nur halb leer gepumpt werden. Das Abbrennen des Restgases könnte laut Feuerwehrsprecher mehrere Tage dauern. Am vergangenen Donnerstag ereignete sich der schwere Unfall auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin bei Leiferde. Zuerst hielt ein Güterzug an einem Signal. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hat ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn die Strecke fälschlicherweise für einen anderen Güterzug freigegeben, wie die Bundespolizei mitteilte.

Dieser Zug, bestehend aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwagen, krachte dann von hinten in den stehenden Zug. Vier der Waggons stürzten durch den Aufprall auf die Seite. Zwei wurden so schwer beschädigt, dass das Gas austrat. Auch die Oberleitung wurde beschädigt. Eine Person wurde leicht verletzt. Für das Auspumpen der beiden anderen auf der Seite liegenden Kesselwagen werde noch nach einer Lösung gesucht, sagte der Feuerwehrsprecher. Da die Anschlüsse am Auto beschädigt waren, musste eine Sonderanfertigung angefertigt werden. Bei der Bergung der Züge mussten die Einsatzkräfte ständig darauf achten, dass sich die Gase nicht entzündeten.

Unter anderem wurden spezielle Ventilatoren eingesetzt, um eine Explosion auch in solch einer gefährlichen Umgebung zu verhindern. Der Einsatzort wird ständig durch Messgeräte überwacht. Das Propangas, das schwerer als Luft ist, hatte sich in einer Art Wolke am Boden gesammelt und näherte sich den Einsatzkräften. Alle Arbeiten wurden sofort eingestellt und alle Lichter, elektrischen und motorbetriebenen Geräte vorübergehend abgeschaltet. Neben den örtlichen Einsatzkräften sind nach Angaben der Feuerwehr auch Einheiten der Werkfeuerwehren der Chemieparks in Ludwigshafen, Dormagen und Marl im Einsatz.

Auch Kameraden der Werkfeuerwehr des Volkswagenwerks Wolfsburg und der Flughafenfeuerwehr Hannover waren vor Ort. Wegen der Aufräumarbeiten bleibt die Strecke nach Angaben der Deutschen Bahn bis mindestens 27. November gesperrt. Züge werden weiträumig umgeleitet. Bahnreisende müssen sich weiterhin auf Ausfälle und Verspätungen von mindestens 90 Minuten einstellen. Gegen den Bahnangestellten wird nach Angaben der Bundespolizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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