Sonntag, Oktober 17, 2021
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Ermittlungen nach Attentat in Norwegen: „Es gab ein Problem mit Radikalisierung“

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Nach dem tödlichen Anschlag im norwegischen Kongsberg soll der Verdächtige die Tat gestanden haben. Er war den Ermittlern zufolge zum Islam konvertiert und stand wegen des Verdachts auf Radikalisierung lange Zeit im Fokus der Polizei.

Am Tag darauf steht die Kleinstadt im Süden des Landes noch immer unter Schock. Kongsberg liegt etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt Oslo entfernt und hat etwa 22.000 Einwohner. „Ich bin schockiert und den Tränen nahe“, sagte eine Frau, die wie alle anderen zutiefst erschüttert ist. „Es ist beängstigend, dass so etwas im kleinen Kongsberg passieren kann.“

Der Verdächtige ist ein 37-jähriger Däne, der seit Jahren in Kongsberg lebt. Der Angreifer schoss gestern Abend an verschiedenen Stellen mit Pfeil und Bogen auf Menschen, unter anderem in oder in einem Supermarkt, und tötete dabei fünf von ihnen: Vier Frauen und ein Mann sowie zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Sie liegen auf der Intensivstation, aber Ihr Leben ist nicht in Gefahr.

Nach Angaben der Polizei hat der Mann in der Nacht die Tat gestanden. Laut seinem Anwalt kooperiert er mit den Ermittlern. Das Motiv für die Tat ist jedoch noch unklar. Der Mann sei medizinisch versorgt worden und polizeibekannt gewesen, teilte Kommissar Ole Bredrup Sæverud am Morgen mit:

Die konservative Ministerpräsidentin Erna Solberg, die ihr Amt nach einer Niederlage im September planmäßig an den Sozialdemokraten Jonas Gahr Støre übergab, sprach den Überlebenden der Opfer in dieser Nacht ihr Beileid aus. „Die Nachrichten, die wir heute Abend aus Kongsberg bekommen haben, sind schrecklich“, sagte sie. „Es hat mehrere Opfer gegeben, die Situation ist dramatisch. Ich verstehe, dass viele Menschen Angst haben. Deshalb möchte ich betonen, dass die Polizei die Situation unter Kontrolle hat.“ Ihr Nachfolger Støre sprach von einer „grausamen und brutalen Tat“.

Auch König Harald hat sich heute dazu geäußert und das Gericht hat eine schriftliche Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:

Das Land war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Angriffen gewesen. Das letzte Mal im August vor zwei Jahren hatte ein 22-jähriger norwegischer Rechtsextremist seine in China geborene Stiefschwester erschossen und anschließend eine Moschee in der Nähe der Hauptstadt Oslo angegriffen. Er wurde jedoch überwältigt, ohne andere Menschen schwerer zu verletzen, und wurde später wegen des Terroranschlags zu einer Höchststrafe von mindestens 21 Jahren Haft verurteilt.

So auch Anders Breivik Jahre zuvor, der 2011 in Norwegen den schlimmsten Anschlag aller Zeiten verübte von Utøya ermordete er 77 Menschen.

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