Donnerstag, Juni 23, 2022
StartNACHRICHTENErst 30 Grad, dann 30 Liter Die Luft brodelt und Hitzespitzen türmen...

Erst 30 Grad, dann 30 Liter Die Luft brodelt und Hitzespitzen türmen sich auf

- Anzeige -


Das letzte Wochenende im Juni wird vielerorts noch einmal heiß und schwül und bringt Gewitter mit sich. Die Quecksilbersäule überschreitet die 30-Grad-Marke, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander weiß. Und die neue Woche beginnt ganz sommerlich. Für den Juli stehen die ersten Zeichen jedoch auf durchschnittliches Wetter.

ntv: Das Wochenende naht, der Siebenschläfertag – wie sind die Aussichten?

Björn Alexander: Unser Wetter ist weiterhin sehr intensiv und bewegt sich zwischen den Extremen des Sommers. Zunächst mit teils heftigen Gewittern, die voraussichtlich am Montag – also genau am Tag des Siebenschläfers – ihren Höhepunkt erreichen werden. Davor herrscht teilweise schwüle Hitze und wieder Waldbrandgefahr auf der höchsten Warnstufe 5.

Was ist der Zeitplan für die Stürme?

Bereits am Abend und in der Nacht zum Freitag kann es südwestlich einer Leitung von München bis Köln zu heftigen Gewittern kommen, bevor sich die gewitteraktive Zone am Freitag bis rund um die Elbe ausbreitet. Zu Beginn des Wochenendes lassen die Gewittergüsse zunächst nach, werden aber am Sonntag und vor allem am Montag von Westen her wieder reaktiviert.

Mit welchen Gefahren müssen wir rechnen?

Neben blitzintensiven Gewittern drohen vor allem Starkregen, kleiner bis mittlerer Hagel und böige Winde. Nach aktuellem Stand bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern und bei Regenmengen, die in kurzer Zeit 20 bis 40, vielleicht sogar 50 Liter pro Quadratmeter erreichen können. Dadurch sind lokale Überschwemmungen und Windschäden an stark belaubten Bäumen möglich.

Das hört sich nicht gut an – wie sieht es mit dem Wochenende im Detail aus?

Am Samstag ziehen die Gewitter nach Osten und dann weiter nach Polen und Tschechien. Damit ist die größte Sturmgefahr vorerst gebannt und wir können uns auf angenehmes Sommerwetter mit entsprechenden Temperaturen zwischen 22 Grad Celsius an der Küste und bis zu 30 Grad am Oberrhein freuen.

Und am Sonntag?

Die nächste Hitzespitze türmt sich auf. Im Osten sind es am Sonntag sonnige 33 Grad, während im Rest des Landes die Luft wieder zu brodeln beginnt. Auch stärkere Gewitter sind denkbar. Der Montag hat jedenfalls das größte Potenzial. Zumal sich die Luftmassensituation wieder verschlechtert.

Was bedeutet das genau?

Am Sonntag erwarten uns Höchstwerte zwischen 22 Grad in der Eifel und 33 Grad in der Lausitz, bei steigender Luftfeuchtigkeit. Am Montag drängt heißere und feuchtere Luft aus dem Mittelmeerraum über die Alpen nach Deutschland. Das bringt uns ein schwüles, warmes bis heißes Luftmassengemisch mit Maximalwerten zwischen 20 Grad an der Nordsee und bis zu 35 Grad im Osten.

Bedeutet das, dass die Hitze weg ist?

Wahrscheinlich nicht. Die Wettercomputer sehen für die letzten Junitage ganz andere Szenarien. Doch bei den meisten Anflügen spielt die teils brütende Hitze Südeuropas eine Rolle. Und so bleiben wiederholte Hitze- und Sturmwarnungen auf der Tagesordnung.

Ein schlechtes Omen für unseren Sommer?

Beim Siebenschläfer handelt es sich um den Zeitraum bis Ende des ersten Julidrittels. Insofern haben wir noch alle Optionen für den Kern- oder Hochsommer. Grundsätzlich scheint aber auch der Juli einen verschlungenen Weg gehen zu wollen. Zumindest bewegen sich die experimentellen Langzeitprognosen für den gesamten Monat noch eher im Bereich der Durchschnittstemperaturen. Dabei soll es im Norden und Osten sogar eher zu nass werden. Angesichts der Waldbrand- und Dürresituation im Osten ist dies sicherlich ein guter Trend, der hoffentlich anhält.

Was ist mit der Hitze im Rest von Europa?

Derzeit hat sich die Hitze mehr in Richtung des zentralen und östlichen Mittelmeers verlagert, während das westliche Mittelmeer noch immer unter den Nachwirkungen der letzten Hitzewelle leidet. Denn im Vergleich zum langjährigen Mittel ist es rund vier bis fünf Grad wärmer als normal.

Was sind die Konsequenzen?

Für Küstenregionen bedeutet dies, dass es nachts nicht mehr so ​​gut abkühlt und sich dies bei der nächsten Hitzewelle definitiv bemerkbar machen wird. Die weitreichenderen Folgen hingegen sind, dass die Hitze aus den Tiefen der Sahara oder aus Nordafrika noch leichter den Weg nach Norden findet. Die Hitzewellen verstärken sich also gegenseitig. Und schließlich führt eine überdurchschnittliche Erwärmung des Mittelmeers dazu, dass die Stürme intensiver werden können.

Wieso den?

Höhere Temperaturen gehen immer mit mehr möglichem Wasserdampf in der Luft einher. Dies entspricht mehr Energie, was wiederum das Potenzial für Unwetter erhöht. Die Hitze in Südeuropa hat daher auch mehrere Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare