Sonntag, Januar 23, 2022
StartNACHRICHTENErste Rede im Bundestag Habeck: "Hunger" nachdem Rohstoffe die Preise in die...

Erste Rede im Bundestag Habeck: "Hunger" nachdem Rohstoffe die Preise in die Höhe treiben

- Anzeige -


Der Klimaschutzminister beobachtet einen weltweiten „Hunger“ nach Gas, Öl und Kohle. Es werde die Energiepreise erhöhen, sagt Habeck in seiner ersten Rede im Parlament. Er findet: Deutschland muss unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Doch die Union riecht nach einer „grünen Planwirtschaft“.

Angesichts steigender Energiepreise muss Deutschland aus Sicht von Klimaschutzminister Robert Habeck unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Dafür müssten die erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne viel schneller ausgebaut werden, machte Habeck in seiner ersten Rede im Bundestag deutlich. Der Grünen-Politiker sprach von einem weltweiten „Hunger“ nach den fossilen Energieträgern Gas, Öl und Kohle. Das treibt die Preise in die Höhe. Habeck verwies auf die geplante Entlastung der Stromkunden durch den Wegfall der EEG-Umlage ab 2023 sowie eine „gerechte Verteilung“ der CO2-Heizkostenumlage zwischen Mietern und Vermietern.

Mittelfristig ist die beste Strategie, von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Dies bietet auch enorme Chancen für Innovationspotenziale für die deutsche Wirtschaft und den Wohlstand. Habeck hatte umfassende Sofortmaßnahmen angekündigt, damit die Klimaziele erreicht werden können. Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne sollen deutlich ausgebaut werden. Bis Ostern soll das Kabinett ein erstes Gesetzespaket verabschieden.

Der Minister kündigte erneut Bemühungen an, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Die Zulassung einer Windkraftanlage dauert durchschnittlich sechs bis acht Jahre. Habeck wies darauf hin, dass die Emissionen innerhalb von acht Jahren bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden sollen. „Man muss nicht besonders schlau sein oder in der Schule in Mathe vorsichtig gewesen sein, um zu erkennen, dass es nicht funktionieren kann.“

Die Umstellung der Wirtschaft – etwa der Stahlindustrie – auf CO2-freie Produktionsprozesse erfordert große Mengen an Wasserstoff und die entsprechende Technologie. Habeck betonte, er wolle sich nicht über die Schwierigkeiten beschweren, sondern die Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Er möchte einen Stil der Zusammenarbeit beibehalten. „Am besten wäre es, wenn derjenige gewinnen würde, der die besten Konzepte am schnellsten umsetzt und anderen das Leben nicht so schwer wie möglich macht.“

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Julia Klöckner, sagte: „Wir bieten Ihnen als Opposition eine konstruktive, kritische Zusammenarbeit.“ Sie warf Habeck aber vor, bei seinen Klimaschutzbemühungen die Sorgen von Wirtschaft und Unternehmen beiseite zu schieben, und sprach von einer „grünen Planwirtschaft“. Klöckner forderte: „Wenn Wirtschaftsminister draufsteht, muss auch Wirtschaftsminister drin sein.“ Zudem muss die Digitalisierung vorangetrieben werden. „Wirtschaftspolitik zur obersten Priorität machen.“

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare