Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Evakuierung aus Afghanistan Tausende lokale Arbeiter warten immer noch

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Seit dem Ende der Luftbrücke verläuft die Evakuierung lokaler Arbeiter aus Afghanistan durch die Bundesregierung schleppend. Tausende Menschen warten noch immer im Land. Der linke Abgeordnete Dagdelen spricht von einem „skrupellosen“ Vorgehen.

Gut drei Monate nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban sitzen noch immer Tausende Kommunalpolitiker in Afghanistan fest. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Demnach gibt es noch 2.400 aktive und ehemalige lokale Mitarbeiter aus Einrichtungen der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan. Hinzu kommen bis zu 645 Afghanen, die bei der Bundeswehr gearbeitet haben.

Zudem gibt es den Angaben zufolge noch bis zu 745 ehemalige lokale Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes in Afghanistan oder in Nachbarländern. Drei aktive lokale Mitarbeiter sind noch in Kabul. Außerdem sitzen 23 ehemalige Helfer des Bundesinnenministeriums in Afghanistan fest. Nach dem Abzug der Bundeswehr und anderer deutscher Institutionen blieben tausende lokale Helfer im Land zurück. Die Bundesregierung versucht, sie zum Abgang zu bewegen, weil viele von ihnen Racheakte der Taliban fürchten.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden vom Ende des Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr Ende August bis zum 7. November 456 einheimische Arbeiter aus Afghanistan nach Deutschland gebracht. Seitdem hat das Auswärtige Amt zwei Charterflüge von Kabul aus organisiert: Am 10. November wurden nach Angaben des Ministeriums 329 deutsche Staatsbürger und einheimische Arbeiter mit ihren Familien aus Kabul ausgeflogen. Am Mittwoch wurden 345 Menschen an Bord eines zweiten Charterfluges außer Landes gebracht.

Nach Angaben der Bundesregierung haben die deutschen Visastellen in der Region seit dem Ende der militärischen Evakuierungskampagne auch rund 3.600 Visa für einheimische Arbeiter und besonders gefährdete Afghanen ausgestellt.

Der linke Abgeordnete Sevim Dagdelen kritisierte die Bundesregierung mit Blick auf die in Afghanistan verharrenden Tausenden einheimischen ArbeiterInnen scharf: „Nach der Niederlage der Nato im mörderischen Afghanistankrieg und den Chaostagen beim Truppenabzug aus Kabul hat die Bundesregierung lassen die einheimischen Arbeiter trotz der versprochenen Evakuierung weiterhin skrupellos im Stich.“

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