Freitag, Juni 24, 2022
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Ex-AfD-Chef Meuthen tritt der Zentrumspartei bei

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Im Januar sorgte sein Austritt aus der AfD für Aufsehen. Nun ist der Europaabgeordnete und frühere AfD-Chef Meuthen der Deutschen Zentrumspartei beigetreten. Damit hat die kleine Partei erstmals einen Vertreter im EU-Parlament.

Der langjährige Parteivorsitzende Jörg Meuthen, der Ende Januar aus der AfD ausgetreten ist, ist der Deutschen Zentrumspartei beigetreten. Die Partei stehe für das, was der deutschen Politik derzeit schmerzlich fehle: für Aufklärung, ein klares Wertefundament und weltanschaulich bürgerliche Vernunft, sagte der 60-Jährige in Berlin.

Er versicherte: „Radikale oder extremistische Ideen haben in der Zentrumspartei nie Platz gehabt. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.“ Meuthen betonte: „Das Zentrum wird definitiv kein Sammelbecken für ehemalige AfD-Mitglieder. Bei mir wird es keine AfD 2.0 geben.“

Meuthen war Ende Januar aus der AfD ausgetreten und hatte einen seiner Meinung nach zu radikalen Kurs vieler AfD-Spitzenfunktionäre angeführt. Die AfD stehe nicht mehr „auf der Grundlage der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung“. Er war mehr als sechs Jahre Co-Vorsitzender. In dieser Zeit suchte er zunächst die rechten Kräfte in der Partei auf, bevor er sich ihnen offen entgegenstellte.

Heute ist er fraktionsloser Europaabgeordneter. Meuthen sagte, er habe sich gegen die Gründung einer neuen Partei entschieden, weil er die Erfolgsaussichten eines solchen Vorhabens nicht für sehr vielversprechend hielt.

Die 1870 gegründete Zentrumspartei spielte im Deutschen Reich und in der Weimarer Republik als Vertreterin des politischen Katholizismus eine wichtige Rolle. In der Weimarer Republik stellte sie mehrfach den Kanzler.

Seit Januar ist sie erstmals seit 1957 wieder mit einem Abgeordneten im Bundestag vertreten: Der Abgeordnete Uwe Witt wechselte nach seinem Austritt aus der AfD zur Deutschen Zentrumspartei.

Bundesgeschäftsführer Hans-Joachim Woitzik nannte die aktuelle Mitgliederzahl der Partei gut 500. Anfang des Jahres seien es noch 300 gewesen, sagte er. Mit Meuthens Einstieg soll „die dynamische Entwicklung weitergehen“, sagt Woitzik.

Die Zentrumspartei machte vor einigen Jahren mit ihren radikalen Abtreibungskampagnen auf sich aufmerksam. Meuthen sagte dem ZDF, die Partei habe die Kritik an der Abtreibung hinter sich gelassen. Er persönlich sieht keine Notwendigkeit, das Abtreibungsgesetz zu ändern.

Der Zentrumsvorsitzende Christian Otte sagte, seine Partei sei konservativ, aber liberal ausgerichtet. Die Orientierung an der politischen Mitte könnte auch zur Versöhnung einer weit gespaltenen Bevölkerung beitragen.



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