Samstag, Juni 25, 2022
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Ex-Botschafter in Russland: Krieg in der Ukraine für Putin „letzter Ausweg“

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Was ist die Motivation des russischen Präsidenten Putin in der Ukraine? Ex-Botschafter von Fritsch sieht eine Fehlkalkulation, aus der Putin nicht mehr herauskomme.

Der frühere deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, sieht Wladimir Putins Motivation für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine tief im Zerfall der Sowjetunion verwurzelt.

Russland und der Rest Europas haben die vergangenen 30 Jahre sehr unterschiedlich wahrgenommen. Während der Zusammenbruch der Sowjetunion zur Wiedervereinigung Deutschlands führte, war es für Russland eine „schreckliche“ Katastrophe. Das Russische Reich wurde durch sein eigenes Versagen degradiert, ohne es zuzugeben.

Putin sei „ein Gefangener der Unzulänglichkeiten dieses Regimes“. Mit dem Krieg in der Ukraine greift er zum „letzten Ausweg“, von dem er glaubt, dass er noch funktionieren könnte. Dies war jedoch Putins schreckliche Fehleinschätzung.

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Putins Vorgehen sollte jedoch nicht als irrational angesehen werden. Der russische Präsident handle nach einer „anderen Rationalität“. Es geht um das, was er selbst für richtig hält: Legitimität, nicht Legalität. „Und so handelt er aus einem imperialen Spiegelbild Großrusslands heraus“, schätzt von Fritsch. Er will die gesamte europäische Friedensordnung verändern.

Mit Beginn des Krieges waren jedoch die alten Regeln zur Aufrechterhaltung dieser Friedensordnung obsolet geworden. Vergangene Handlungen sind also nicht falsch, aber Sie müssen sich dieser Konfrontation jetzt stellen. Es ist richtig, der Ukraine und der Republik Moldau eine sichere Perspektive zu bieten.

„Deshalb ist der hoffentlich gefasste Beschluss des Europäischen Rates so wichtig und richtig, der Ukraine und Moldawien den Kandidatenstatus auf dem Weg in die Europäische Union zu verleihen“, sagt von Fritsch.

Wer diesen Krieg am Ende gewinnen wird, ist noch nicht entschieden. Der Widerstandsgeist und die Effizienz der ukrainischen Streitkräfte sind sehr hoch, und Russland erreicht seine Ziele immer noch nicht mit der Unterstützung westlicher Länder.

Auch im Falle eines möglichen Patts könne sich die entscheidende Frage stellen, sagte von Fritsch: „Wer hat den stärksten Hebel, um über die Zukunft der Ukraine zu entscheiden: Moskau oder Kiew?“

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