Donnerstag, August 11, 2022
StartNACHRICHTENFakten zur Energiedebatte: Hilft Stromsparen gegen Gasknappheit?

Fakten zur Energiedebatte: Hilft Stromsparen gegen Gasknappheit?

- Anzeige -

Wie viel Prozent des Erdgases in Deutschland wird zur Stromerzeugung verwendet? Und funktioniert die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien? Wissenswertes rund um die Energiediskussion.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Erdgas ist umweltfreundlicher als andere fossile Brennstoffe, da Erdgas von allen fossilen Brennstoffen die relativ geringsten Emissionen aufweist.

Wird es als Primärenergie, also zum Heizen, benötigt, braucht es keinen Umwandlungsprozess. Folglich muss hierfür keine Energie aufgewendet werden.

Ein weiterer Vorteil: Damit das Gas zu den Verbrauchern gelangt, wird es hauptsächlich über Pipelines durch ein unterirdisches Gasnetz transportiert. Das vermeidet Energieverbrauch und Umweltbelastungen, die bei der Anlieferung beispielsweise per LKW entstehen.

Der größte Teil des nach Deutschland importierten Erdgases wird zur Wärmeerzeugung verbrannt. Aber auch in Kraftwerken treibt Erdgas Turbinen an, die dann Strom erzeugen. Die dabei entstehende Wärme kann für zusätzliches Heizen, sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung, genutzt werden.

Gleiches gilt auch für die Energieerzeugung. Bei Bedarf können Gaskraftwerke in kürzester Zeit viel mehr Strom liefern. Damit sind sie wichtige Bestandteile eines schwankenden Stromnetzes und damit eine perfekte Ergänzung zu erneuerbaren Energien. Je mehr Energie durch Wind und Sonne verbraucht wird, desto größer ist der Bedarf an Energieformen, die Wetterschwankungen ausgleichen.

Der Strommix gibt an, aus welchen Energieträgern Strom erzeugt wird. Kohle war der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2021. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte Kohlestrom einen Anteil von 30,2 Prozent an der gesamten ins Netz eingespeisten Strommenge.

Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung sank 2021 im Vergleich zu 2020 von 47,1 auf 42,4 Prozent. Insbesondere die Einspeisung von Strom aus Windquellen ging aufgrund des Windmangels im Jahr 2021 deutlich um 13,3 Prozent zurück.

Der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung lag 2021 bei 12,6 % nach 13,7 % im Vorjahr. Die Stromeinspeisung aus Kernenergie stieg auf 12,6 % der gesamten Stromeinspeisung im Jahr 2021 (2020: 12,1 %).

Das Thema ist umstritten. Da Deutschland seine Klimaziele, den Atomausstieg bis Ende 2022 und den Kohleausstieg bis 2038 erreichen muss, stellt sich die Frage, woher der Strom kommen soll und ob erneuerbare Energien den gesamten Bedarf decken können.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin könnte beispielsweise Deutschland seinen Bedarf zu 100 % aus erneuerbaren Energien decken, wenn das Tempo beim Ausbau von Wind- und Solarenergie deutlich ansteigt.

Andere Wissenschaftler bezweifeln das. Insgesamt ist das Szenario äußerst schwer kalkulierbar, da der Ausbau nicht nur von den technischen Komponenten abhängt, sondern auch von der gesellschaftlichen Akzeptanz und dem politischen Willen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare