Mittwoch, September 28, 2022
StartNACHRICHTENFaktencheck: Sind Krokodile in einem viralen Video in den brasilianischen Strand eingedrungen?

Faktencheck: Sind Krokodile in einem viralen Video in den brasilianischen Strand eingedrungen?

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Aufnahmen von mehreren hundert großen Reptilien, die sich an einem Sandstrand versammelt haben, sind auf Twitter viral geworden. Aber die angebliche „Invasion“ von Reptilien ist nicht ganz das, was erscheint.

Der Anspruch

Auf Twitter kursiert ein Video, das Hunderte von großen Reptilien zeigt, die sich an einem Strand versammelt haben.

Am 13. September Twitter-Nutzer @RAF_Valerie Gesendet der Clip zusammen mit der Bildunterschrift: „In Brasilien hat eine Invasion von Krokodilen einen der Strände mit mehreren Hundert, sogar Tausenden überschwemmt, und die lokale Bevölkerung gerät in Panik.“

Der Clip hatte bis zum 16. September über 1,2 Millionen Aufrufe erzielt und wurde zu noch größerer Aufmerksamkeit getrieben, als dies anscheinend der Fall war umgebucht des kalifornischen Radiomoderators Ken Rutkowski, der rund 6 Millionen Aufrufe, über 100.000 Likes und mehrere tausend Retweets erzielte.

Die großen Krokodiltiere scheinen im Video weitgehend stationär zu sein, obwohl einige von ihnen langsam auf dem Weg zum Wasser zu sehen sind.

Die Fakten

Mehrere Twitter-Nutzer haben gesagt, dass nichts darauf hindeutet, dass das Sammeln der Tiere eine „Invasion“ darstellt oder dass die Einheimischen angesichts der Situation in Panik geraten. Die Tiere können auch Kaimane sein, die mit Alligatoren näher verwandt sind als Krokodile.

„Dies ist keine Invasion, die Einheimischen geraten nicht in Panik“, Zoologie-Enthusiast @DrWildlife getwittert als Antwort auf das Filmmaterial. Der Twitter-Nutzer sagte, die im Filmmaterial zu sehende Region sei Teil des Pantanal, des größten tropischen Feuchtgebiets der Welt.

Das Filmmaterial war bereits am 25. August von der Pantanal-Fischereifirma Pantanal Pesca auf Instagram gepostet worden, die aus dem Portugiesischen übersetzt schrieb: „‚Ich glaube, in diesem Alligator ist ein bisschen Wasser.‘ Lol. Ich habe noch nie so viele zusammen gesehen …“

Die Pantanal-Region, die sich über Bolivien, Brasilien und Paraguay erstreckt, hat laut dem World Wildlife Fund (WWF) „mit etwa 10 Millionen Kaimanen die größte Krokodilkonzentration der Welt“.

Bei so vielen großen Reptilien in einer Region ist es nicht verwunderlich, dass es manchmal große Konzentrationen in einem Gebiet gibt – auch wenn diese Ansammlung besonders groß ist.

Das Instagram-Material zeigt auch, dass sich die Tiere nicht an einem Küstenstrand sonnen, sondern am Ufer eines großen Flusses, während die Kamera herumschwenkt, um auch ein Ufer auf der anderen Seite zu zeigen.

„Nichts Außergewöhnliches,“ getwittert ein Twitter-Nutzer. „Sobald sie eine ausreichende Temperatur erreicht haben, suchen sie entweder Schatten, gehen ins Wasser oder öffnen den Mund, um nicht zu heiß zu werden, und gehen ihrem täglichen Geschäft nach.“

Es ist unklar, was die Grundlage für den Vorwurf der Panik unter den Einheimischen ist. Laut Auszügen aus dem Buch „Das Pantanal von Brasilien, Bolivien und Paraguay“, das im Jahr 2000 vom Waterland Research Institute veröffentlicht wurde, betrug die menschliche Bevölkerung des Pantanal zu dieser Zeit etwa 206.000 mit einer Bevölkerungsdichte von etwa 1,8 Menschen pro Quadratkilometer.

Die Regelung

Braucht Kontext.

Während das Filmmaterial von einer scheinbar großen Ansammlung von Reptilien an einem Strand echt ist, sind die Details und Behauptungen darüber irreführend.

Erstens sind die im Video gezeigten Kreaturen höchstwahrscheinlich eine Art Alligator, kein Krokodil. Der „Strand“ ist eigentlich ein Flussufer.

Die Gruppierung stellt keine „Invasion“ dar, wenn man bedenkt, dass die Region der eigene Lebensraum der Reptilien in einem Gebiet ist, das für seinen Krokodil-/Kaimanreichtum bekannt ist, und es gibt keine Hinweise darauf, dass es irgendwie mit einem bevorstehenden Vulkan zusammenhängt oder darauf hinweist Ausbruch oder Erdbeben.

Es ist auch unklar, woher die Behauptung über Panik unter den Einheimischen stammt, aber angesichts der Tatsache, dass die Region nicht dicht besiedelt ist und diese Art von Kaiman-Gruppierungen regelmäßig vorkommt, gibt es kaum Beweise dafür.

FAKTENCHECK VON NEWSWEEK



Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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