Freitag, Januar 21, 2022
StartNACHRICHTENFallzahlen steigen, nachdem Partys Sylter Restaurants präventiv wegen Omikron geschlossen werden

Fallzahlen steigen, nachdem Partys Sylter Restaurants präventiv wegen Omikron geschlossen werden

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Auf der Ferieninsel Sylt explodiert die Zahl der Neuinfektionen. Viele Restaurants und Hotels schließen, teils wegen eigener Corona-Fälle, teils präventiv. Es gebe jedoch keine Panik, versichert der Tourismusverband. Unterdessen laufen die Ermittlungen gegen gefälschte Impfpässe.

„Wir machen Urlaub“, „Jetzt hat uns die Pandemie leider auch erwischt. Wir schließen unser Restaurant bis auf Weiteres wegen Covid-19.“ Diese und ähnliche Schilder hängen derzeit in verschiedenen Geschäften auf Sylt. Die Nordseeinsel verzeichnet seit mehreren Wochen eine stark steigende Zahl von Infektionen. Dies liegt, wie auch an anderen Orten, wahrscheinlich an Weihnachtsfeiern.

Der Corona-Ausbruch nach einer Party unter 2G-Plus-Bedingungen (erholt oder geimpft plus aktueller Corona-Test) an Heiligabend in einer Nobeldisco in Kampen beschäftigt mittlerweile sogar die Polizei. „Ich kann bestätigen, dass aufgrund der Medienberichte über mögliche gefälschte Impfausweise Ermittlungen durch das Kriminalpolizeiamt Sylt eingeleitet wurden“, sagte ein Sprecher der Polizei Flensburg. Die Ermittlungen liefen. Die Informationen haben noch kein Ergebnis geliefert.

Unter den rund 18.000 Einwohnern der Insel Sylt waren am 26. Dezember 27 aktive Corona-Fälle registriert. Januar – zwei Wochen später – meldete der Kreis Nordfriesland bereits 476 aktive Corona-Fälle für die Insel. Am Montag waren es 477. Nach Berechnungen einiger lokaler Medien liegt die hochgerechnete, offiziell nicht gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz auf Sylt aktuell über 1700. Die offizielle Zahl für den gesamten Kreis Nordfriesland lag am Montag bei 697,6. Der Kreis berechnet keine Inzidenzen für einzelne Gemeinden. Dies sei nicht sinnvoll, sagte ein Kreissprecher.

Der Verlauf der aktuell Infizierten auf der Insel sei mild, sagte der Geschäftsführer von „Sylt Marketing“, Moritz Luft. Das Krankenhaus auf der Insel musste noch keinen Infizierten der Omikron-Welle aufnehmen. Die Menschen auf der Insel sind vorsichtig, aber es gibt keine Hysterie. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen auf der beliebten Ferieninsel haben dennoch mehrere Restaurants, Cafés und Hotels auf der Insel die Reißleine gezogen und ihren Betrieb für einige Wochen geschlossen – vorsorglich oder weil sie sich auch mit dem Virus infiziert haben.

„Aufgrund der zahlreichen Coronavirus-Ausbrüche haben mehr als 20 Restaurants und Hotels auf Sylt zum Schutz ihrer Mitarbeiter und Gäste den Betrieb vorübergehend eingestellt oder nehmen ihren Betriebsurlaub im Vorfeld von Präventivmaßnahmen“, sagte Luft. Für den Tourismus auf Sylt bedeuten die spontanen und vorzeitigen Schließungen eine Reduzierung des touristischen Angebots. Dabei handelt es sich laut Luft jedoch nicht um eine Art selbst auferlegter Lockdown. Tatsächlich gibt es noch eine gute Auswahl an Cafés und Restaurants, in denen sich Urlauber, die zu dieser Jahreszeit auf der Insel sind, nach einem Strandspaziergang aufwärmen können. Wegen eines Ausbruchs wurde keines der Geschäfte im Kreis Nordfriesland offiziell geschlossen, wie ein Sprecher des Kreises sagte.

Aber warum schließt ein Unternehmen freiwillig? „Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil wir gemerkt haben, dass die Omikron-Welle immer näher rückt, dass scheinbar jeden Tag zwei Restaurants oder Gastronomiebetriebe geschlossen sind“, sagt Jens Lund, Inhaber des gleichnamigen Café-Restaurants in Hörnum im Süden der Insel. Die geplanten Betriebsferien hatte er deshalb um einige Tage vorverlegt und nach Rücksprache mit seinen Mitarbeitern verlängert. „Das war für uns die sichere Option, bevor sich jemand ansteckt.“ Auch wenn man davon ausgeht, dass Omikron nicht zu schweren Verläufen führt, geht Sicherheit vor. „Wir wollen es auch nicht in unsere Familien tragen.“

Am Ende der Friedrichstraße in Westerland liegt das traditionsreiche Luxushotel Miramar, das seit Generationen in Familienbesitz ist. Vor der Rezeption erfasst eine Kamera automatisch die Temperatur der eintretenden Gäste. Tatsächlich. Denn auch das Fünf-Sterne-Haus der Familie Kreis ist seit dem 9. Januar geschlossen. Aus Angst vor der Omikronenwelle. Eigentlich wollte das Miramar wie immer im November seinen Betriebsurlaub machen und hat ihn nun vorgezogen – „aus Vorsicht und zum Schutz unserer Mitarbeiter“, sagt Mariella Kreis. Die Situation ist seit den Ferien etwas heikel. „Wir hatten keinen Fall und wollen ihn verhindern.“ Die Entscheidung kam auch bei den Gästen gut an, denn auch sie sind zurückhaltend. Die Gäste, die jetzt angekommen wären, hätten einfach so schnell wie möglich gebucht. „Wir haben die Feiertage gut überstanden, sodass Sie jetzt guten Gewissens sagen können, dass wir eine kleine Pause machen.“

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