Montag, Januar 24, 2022
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Fast ein Viertel weniger Beschäftigte in der Gastronomie

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Im Restaurant müssen die Gäste teilweise länger auf ihr Bier oder Schnitzel warten. Denn der Fachkräftemangel in der Gastronomie hat sich verschärft. Fast jeder vierte Arbeitsplatz ging verloren.

Viele Restaurants, Bars und Kneipen leiden noch immer stark unter der Corona-Krise. Obwohl sie seit dem späten Frühjahr 2021 wieder geöffnet sind, mussten sie zahlreiche Mitarbeiter entlassen. In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres ist die Zahl der Beschäftigten in der Gastronomie um 23,4 Prozent gesunken, also um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019. Das gab das Statistische Bundesamt heute bekannt.

Besonders hart traf es die Mitarbeiter von Bars und Kneipen: Fast die Hälfte (44,7 Prozent) der Belegschaft musste hier seit 2019 weichen. Nicht ganz so dramatisch entwickelte sich die Situation in Betrieben mit Essensangeboten, also vor allem Restaurants. Die Zahl der Beschäftigten ging dort um 22,5 Prozent zurück.

Am sichersten seien die Jobs noch bei Caterern. Sie hatten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 nur 17 Prozent weniger Mitarbeiter als vor der Krise – und das, obwohl viele Firmenveranstaltungen und private Feiern abgesagt wurden oder nur noch in kleinerem Rahmen stattfanden.

Besonders dramatisch war die Situation während der Lockdown-Monate Anfang letzten Jahres. Im Februar 2021 erreichte die Zahl der Beschäftigten in den Gastronomiebetrieben einen Tiefpunkt.

Leidtragende der Gastronomiekrise sind vor allem geringfügig Beschäftigte, die mehr als ein Drittel der Gesamtbelegschaft ausmachen. Sie sind besonders in Bars und Kneipen aktiv und daher stärker von Entlassungen betroffen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist im ersten Corona-Jahr 2020 die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um mehr als 15 Prozent gesunken.

„Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt im Gastgewerbe mit voller Wucht getroffen“, klagt Geschäftsführerin Ingrid Hartges vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Vielen Unternehmen stand das Wasser bis zum Hals. Laut einer DEHOGA-Umfrage hat sich der Umsatz der Branche im Dezember im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 halbiert. Gut 55 Prozent der Unternehmen fürchten um ihre Existenz.

Die neuen Restriktionen, wie die 2G Plus-Regelung in vielen Bundesländern, haben das Gastronomiegeschäft weiter gebremst. Zudem müssen die Mitarbeiter nun auch die Impfausweise ihrer Kunden prüfen.

Trotz der noch unsicheren Aussichten wegen Omikron blickt die Branche hoffnungsvoll auf die wärmeren Jahreszeiten. Wenn die Omicron-Welle abebbt, dürfte das Geschäft wieder anziehen. Dann werden Restaurants und Hotels wieder händeringend nach gutem Personal suchen.

„Die Entwicklung zeigt, dass auch Mitarbeiter schnell wiederkommen“, sagt DEHOGA-Geschäftsführer Hartges. Im Juli vergangenen Jahres erholte sich beispielsweise der Arbeitsmarkt in der Gastronomie wieder – wenn auch nur kurzzeitig.



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