Samstag, November 26, 2022
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Feuer für Sojaanbau Im Amazonasgebiet wüten die meisten Waldbrände seit 2012

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Im Amazonasgebiet wüten die schlimmsten Brände seit mehr als zehn Jahren. Das liegt nicht nur an den wärmeren Temperaturen. Zuvor abgeholzte Flächen werden absichtlich in Brand gesteckt. Aus wirtschaftlichen Gründen.

Die schlimmsten Brände im brasilianischen Amazonas wüten seit 12 Jahren. Im September wurden in der Region nach Angaben des Instituts für Weltraumforschung (Inpe), das für die Satellitenüberwachung zuständig ist, 41.282 Brände registriert. Das letzte Mal, dass es in einem Monat mehr Brände gab, war September 2012.

Die Waldbrandsaison in Brasilien dauert von Juni bis Oktober. In den meisten Fällen werden zuerst die Bäume gefällt und dann die gerodeten Flächen angezündet, um neue Weiden und Ackerland für den Sojabohnenanbau zu schaffen. Laut einer Analyse aus dem Jahr 2021 hat sich die Anbaufläche für Sojabohnen in Südamerika seit dem Jahr 2000 von 26.400 auf 55.100 Quadratkilometer verdoppelt.

Dies war fast immer mit Naturzerstörung verbunden, berichten Forscher im Fachblatt „Nature Sustainability“. Die schnellste Expansion fand im brasilianischen Amazonasgebiet statt, wo sich die Sojaanbaufläche von 4.000 auf 46.000 Quadratkilometer mehr als verzehnfachte.

Agrarprodukte wie Soja gehen nach Angaben des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums vor allem nach Asien und dort vor allem nach China, aber auch in die Europäische Union mit Ländern wie den Niederlanden, Spanien und Deutschland. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF werden rund 80 Prozent des aus anderen Regionen in die EU importierten Sojas als Tierfutter verwendet. Für die meisten in Deutschland geschlachteten Tiere ist Soja ein zentraler Bestandteil des Futters, dies gilt insbesondere für Schweine und Geflügel.

Da der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Treibhausgases CO2 binden kann, ist er auch für das Weltklima von großer Bedeutung. Auch bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag spielt das Thema Umwelt- und Klimaschutz eine Rolle. Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro sieht im Amazonasgebiet vor allem wirtschaftliches Potenzial und will mehr Land für Landwirtschaft und Bergbau erschließen. Sein Gegenkandidat, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, hat dagegen versprochen, den Umwelt- und Klimaschutz künftig zu stärken. Lula liegt in den Umfragen klar vorne.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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