Samstag, Dezember 10, 2022
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Flüssigerdgas per Schiff: LNG-Terminals deutlich teurer als erwartet

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Die LNG-Terminals stehen in den Startlöchern und sind laut Wirtschaftsminister Habeck ein „zentraler Baustein“ für die Energiesicherheit. Aber sie kosten viel mehr als erwartet.

Die Anschaffung und Wartung schwimmender Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) hat Deutschland mindestens dreieinhalb Milliarden Euro mehr gekostet als bisher geplant.

Der Gesamthaushaltsbedarf habe sich auf rund 6,56 Milliarden Euro im Jahr 2022 erhöht, bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin. Auch 2023 kämen zusätzliche Haushaltsmittel hinzu.

„Diese Erhöhung war aufgrund der sich dynamisch verändernden Situation in einer zweiten Phase notwendig“, sagte er.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Montag in Berlin zu steigenden Kosten, es gebe weitere Projekte. Auch Teile der Infrastruktur wurden einbezogen. Einige dieser höheren Kosten werden durch Gebühren als Einnahmen ausgeglichen.

Als Ersatz für Gas aus der russischen Pipeline setzt Deutschland unter anderem auf verflüssigtes Erdgas per Schiff und baut mehrere Importterminals. Deutschland verfügt derzeit über keine eigenen Landeterminals, die ersten werden in Kürze in Betrieb gehen. Im November wurde in Wilhelmshaven der erste Pier eröffnet, im Dezember wird das Terminal an das Gasnetz angeschlossen.

Habeck hatte von einem „zentralen Baustein zur Sicherung unserer Energieversorgung im kommenden Winter“ gesprochen. Politik und Planer haben aufs Tempo gedrückt, damit Erdgas möglichst bald per Schiff über die Küsten von Nord- und Ostsee importiert werden kann.

[Gasspeicher und Gasverbrauch: Wie es um unsere Gasversorgung steht]

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte den Angaben zufolge zusätzliche Mittel für die schwimmenden Terminals bewilligt. Im Budget für 2022 waren zunächst 2,94 Milliarden Euro vorgesehen. Dies betrifft zum Beispiel die Betriebskosten und die Kosten für weitere Infrastrukturmaßnahmen vor Ort.

Darüber hinaus sind laut Ministerium rund 738 Millionen Euro für die Beteiligung der staatlichen Förderbank KfW am stationären Terminal in Brunsbüttel geplant. Laut „Spiegel“ geht aus den Dokumenten des Haushaltsausschusses auch hervor, dass zwei der Terminals für 15 Jahre statt für zehn Jahre gepachtet werden sollten.

Der linke Haushaltspolitiker Victor Perli sagte dem „Spiegel“, die Ampelkoalition habe sich mit der alternativen Nutzung von LNG-Gas erpressbar gemacht und müsse nun Milliarden nachzahlen. Grünen-Haushaltspolitiker Sven Christian Kindler sagte:

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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