Donnerstag, August 11, 2022
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Flughafen-Chaos: Lufthansa baut das Flugangebot langsamer aus

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Lufthansa hat erstmals seit Beginn der Pandemie einen Quartalsgewinn erzielt. Doch der anhaltende Personalmangel wirkt sich negativ auf das Geschäft aus. Die Gruppe kann das Angebot an Tickets nicht so stark erhöhen wie geplant.

Trotz guter Zahlen und einer weiterhin hohen Ticketnachfrage weitet Lufthansa den Flugbetrieb im Sommer langsamer aus als bisher geplant. Grund dafür ist der Personalmangel, der den Betrieb von Flughäfen und Fluggesellschaften derzeit stark einschränkt.

Von Juni bis September, also im dritten Quartal, seien 80 Prozent der Kapazität aus dem Vorkrisenjahr 2019 für die Passagierairlines des Konzerns geplant, teilte Lufthansa heute mit. Im zweiten Quartal waren es noch 74 Prozent. Bisher wurden für das dritte Quartal 85 Prozent des Niveaus vor der Corona-Krise angestrebt. Für das Gesamtjahr soll die Vermietungsquote bei 75 Prozent bleiben.

Allein die Kernmarke Lufthansa musste mehr als 7.000 Flüge streichen. Auch andere große Fluggesellschaften wie Air France-KLM und IAG schraubten ihre Pläne für das Sommerquartal um fünf Prozentpunkte auf 80 bis 85 Prozent aller Passagierflüge zurück.

Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit um die Löhne von rund 20.000 Lufthansa-Bodenarbeitern hat zu mehr als 1.000 Ausfällen geführt. Das bringt seit Juni viele Reisende in Bedrängnis, die nach zwei Jahren Pandemie wieder ins Ausland reisen wollen und mit teils erheblicher Verspätung am Ziel ankommen.

Das aktuelle Reisechaos hat der deutschen Airline finanziell nicht geschadet. Einerseits leistete sie Entschädigungszahlungen in Höhe von 158 Millionen Euro an Kunden. Andererseits stiegen die Durchschnittserlöse, ein Indikator für die Ticketpreise, bei höherer Auslastung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent. Sie lagen sogar zehn Prozent über dem Vorkrisenniveau.

Im zweiten Quartal kehrte der Konzern erstmals seit der Pandemie wieder in die Gewinnzone zurück. Unter dem Strich verdiente der MDAX-Konzern 259 Millionen Euro nach einem Verlust von 756 Millionen Euro im Vorjahr. Vor allem die Frachttochter Lufthansa Cargo hat dank der starken Nachfrage im Logistikgeschäft das Gesamtergebnis der Lufthansa gerettet. Mit Ausnahme der Schweizer Tochter Swiss haben alle Lufthansa-Passagierfluggesellschaften im zweiten Quartal Verluste gemacht. Der Luftverkehr profitiert weiterhin von den massiven Störungen in der Seefracht.

Der Konzernumsatz stieg auf 8,5 Milliarden Euro – das war gut zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2022 rechnet die Fluggesellschaft nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis von mehr als einer halben Milliarde Euro.

Das erste Halbjahr sei für Passagiere und Mitarbeiter herausfordernd gewesen, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr: „Die Airline-Industrie stieß weltweit an ihre operativen Grenzen.“ Dennoch blickt das Management optimistisch in die Zukunft. Vor einigen Wochen entschuldigte sich Spohr dafür, an der einen oder anderen Stelle zu viel gespart zu haben. Während der Corona-Krise, die den Flugverkehr einbrechen ließ, reduzierte der Airline-Konzern die Mitarbeiterzahl von weltweit rund 139.000 auf gut 100.000.

„Neben der erreichten Rückkehr in die Gewinnzone haben jetzt auch wieder Top-Produkte für unsere Kunden und Perspektiven für unsere Mitarbeiter oberste Priorität“, erklärte der Lufthansa-Chef. Der Konzern plant nun Tausende Neueinstellungen. In der zweiten Jahreshälfte sollen rund 5.000 Mitarbeiter eingestellt werden – im Cockpit, in der Kabine und am Boden. Im kommenden Jahr werden es wieder so viele sein.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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