Donnerstag, August 11, 2022
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Forscher studieren: Klimaforscher warnen vor Endzeit-Szenarien

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Ein Team von Klimaforschern warnt davor, dass der Klimawandel im schlimmsten Fall zum Aussterben der Menschheit führen könnte. Es bleibt jedoch noch genügend Zeit, um das Ruder herumzureißen.

Experten zufolge könnte der Klimawandel im schlimmsten Fall zum Aussterben der Menschheit führen. Ein internationales Team schreibt in den „Proceedings“ der US-amerikanischen National Academy of Sciences („PNAS“), dass zu wenig über solche Endzeitszenarien und ihre Wahrscheinlichkeit bekannt sei.

Unter dem Titel „Climate Endgame: Exploring Catastrophic Climate Change Scenarios“ plädieren die Autoren für ein umsichtigeres Risikomanagement und mehr Forschung zu den Worst-Case-Szenarien der globalen Erwärmung. Die Welt muss sich auf die durch den Klimawandel verursachten Endzeitszenarien vorbereiten.

„Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass der Klimawandel katastrophale Ausmaße annehmen könnte“, schreiben die Wissenschaftler, darunter der ehemalige und aktuelle Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber und Johan Rockstrom.

Trotz 30-jähriger Bemühungen sind die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen weiter gestiegen. „Selbst wenn man das Worst-Case-Szenario des Klimawandels ausschließt, ist die Welt auf dem besten Weg, bis 2100 einen Temperaturanstieg zwischen 2,1 und 3,9 Grad zu erleben.“ Allerdings sind die Folgen einer Erwärmung um drei Grad noch nicht ausreichend untersucht.

Die Forschung konzentriert sich auf Szenarien, in denen die Folgen des Klimawandels moderat sind. „Eine beschleunigte Zukunft des Klimawandels anzugehen, ohne Worst-Case-Szenarien zu berücksichtigen, ist bestenfalls naives Risikomanagement und schlimmstenfalls tödlich dumm“, sagte er.

Laut Klimaforscher Niklas Höhne von der Universität Wageningen ist das Worst-Case-Szenario des Aussterbens noch „relativ weit entfernt“. „Aber da sind zunächst die Abstufungen“, sagt der Experte, der an dem Artikel nicht beteiligt war.

In ihrer Arbeit schreiben die Forscher über die Ausdehnung von Gebieten mit extremer Hitze, also einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von über 29 Grad Celsius. Derzeit leben rund 30 Millionen Menschen in der Sahara und an der Golfküste. Nach dem Modell des Teams könnten bis 2070 zwei Milliarden Menschen in solchen Gebieten leben. Das zeigt, wie komplex die Auswirkungen auf das Klima sein können.

„Bis 2070 werden diese Temperaturen und die sozialen und politischen Folgen direkt zwei Atommächte und sieben Hochsicherheitslabore betreffen, in denen die gefährlichsten Krankheitserreger untergebracht sind“, sagt Co-Autor Chi Xu von der chinesischen Universität Nanjing. „Es besteht ein ernsthaftes Potenzial für katastrophale Folgen.“ Wissenschaftler empfehlen daher, komplexere Zusammenhänge in zukünftige Risikobewertungen einzubeziehen.

Sie warnen vor einer „Risikokaskade“, bei der die einzelnen Folgen des Klimawandels weitere Probleme auslösen. Beispielsweise könnten Hitze und unbewohnbare Gebiete zu Migration, sozialen Unruhen und internationalen Konflikten führen.

Höhne findet es wichtig, die Menschen über Worst-Case-Szenarien aufzuklären. „Wir müssen klar kommunizieren, was die Risiken sind. Und auf der anderen Seite sagen: Wir haben es noch in der Hand“, sagt der Forscher. „Wir wissen, wie es geht, wir haben die Technologien und wir kennen die politischen Maßnahmen. Es ist nicht einmal teuer, auf lange Sicht ist es sogar billiger, etwas gegen den Klimawandel zu tun.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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