Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Friedensnobelpreis für die Journalisten Maria Ressa und Dmitrij Muratow

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Der Preis gilt als der renommierteste politische Preis der Welt und geht an einen Filipino und einen Russen für ihr Engagement für die Pressefreiheit.

Die Journalistin Maria Ressa und der Journalist Dmitrij Muratow werden 2021 den Friedensnobelpreis erhalten. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt. Sie erhalten die Auszeichnungen für ihren Einsatz für die Verteidigung der Meinungsfreiheit auf den Philippinen und in Russland. „Gleichzeitig stehen sie für alle Journalisten, die sich für dieses Ideal in einer Welt einsetzen, in der Demokratie und Pressefreiheit zunehmend gefährdet sind“, sagte die Vorsitzende des Ausschusses, Berit Reiss-Andersen.

Als Journalistin und Direktorin von Rappler, einem digitalen Medium für investigativen Journalismus, nutzte Ressa die Pressefreiheit, um „Machtmissbrauch, Gewalt und wachsenden Autoritarismus“ auf den Philippinen aufzudecken. Rappler konzentriert seine Berichterstattung auf die umstrittene, tödliche Anti-Drogen-Kampagne von Präsident Rodrigo Duterte, die Zahl der Opfer ist so hoch, dass es einem Krieg gegen das eigene Volk gleichkommt. Gleichzeitig dokumentierten Ressa und Rappler, wie soziale Netzwerke genutzt wurden, um Falschinformationen zu verbreiten, Gegner zu verunglimpfen und den öffentlichen Diskurs zu manipulieren.

In einer ersten Reaktion sagte Ressa, Journalismus sei noch nie so wichtig gewesen wie heute. „Der Nobelpreis wird uns Kraft geben, den Kampf fortzusetzen.“ Als sie neun Jahre alt war, zog Ressa mit ihren Eltern in die USA. Von 1988 bis 2005 leitete sie CNN-Büros, zunächst in Manila (Philippinen), dann in Jakarta (Indonesien). Sie ist die 18. Frau, die den Friedensnobelpreis erhalten hat.

Dmitrij Muratow war 1993 einer der Gründer der Zeitung Nowaja Gaseta, dessen Chefredakteur er von 1995 bis 2017 war Nowaja Gaseta sei eine der wichtigsten unabhängigen Zeitungen in Russland, sagte der Ausschussvorsitzende. Sechs dort beschäftigte Journalisten wurden seit ihrer Gründung getötet, darunter die 2006 ermordete Anna Politkowskaja. „Trotz der Drohungen und Gefahren hat Muratow immer die Unabhängigkeit seiner Zeitung bewahrt.“ Sein faktenbasierter Journalismus ist eine wichtige Informationsquelle über die russische Gesellschaft. Der 59-Jährige veröffentlicht regelmäßig Artikel über Korruption, Polizeigewalt, Wahlbetrug und den Einsatz russischer Soldaten in Russland und im Ausland.

Die Nobelpreise sind mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980.000 Euro) pro Kategorie dotiert. Der Friedensnobelpreis gilt als die renommierteste politische Auszeichnung der Welt. 329 Kandidaten – 234 Persönlichkeiten und 95 Organisationen – wurden diesmal für ihn nominiert. Dies ist die drittgrößte Zahl von Nominierten aller Zeiten.

Als vielversprechende Kandidaten galten vor der Ankündigung die führende Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Bewegung Fridays for Future, aber auch die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Als mögliche Gewinner wurden auch die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, der russische Kreml-Kritiker Alexei Nawalny und Aktivisten aus Hongkong genannt.

Der Friedensnobelpreis ist der einzige Preis, der nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen wird. Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters und Dynamiterfinders Alfred Nobel (1833-1896). Willy Brandt, der letzte deutsche Preisträger, wurde 1971 für seine Ostpolitik geehrt, die im Kalten Krieg zur Entspannung beigetragen hatte.

Das sind die Friedensnobelpreisträger der letzten Jahre:

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