Dienstag, Januar 31, 2023
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Führungskräfte in Bundesbehörden Ostdeutsche landen selten in der Chefetage

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Nur 13,9 Prozent aller Führungskräfte in deutschen Behörden sind gebürtige Ostdeutsche. Das geht aus einem Bericht des Bundesbeauftragten für Osteuropa hervor. Dementsprechend ist ihr Anteil gerade in höheren Chefetagen besonders gering – auch mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer.

Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen der Bundesbehörden noch immer deutlich unterrepräsentiert. Nur 13,9 Prozent der Führungskräfte in den obersten Bundesbehörden sind gebürtige Ostdeutsche, so ein Bericht des Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider. Nimmt man nur die fünf ostdeutschen Bundesländer ohne Berlin als Geburtsort, sind es nur 7,4 Prozent.

„Über alle Führungsebenen hinweg sind Ostdeutsche nicht entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten“, heißt es in dem Bericht, den auch das Bundeskabinett beraten soll. Den Angaben zufolge hat Schneider für die erstmals erhobene Statistik die Herkunft von Führungskräften in mehr als 3600 Stellen in 93 Bundesbehörden untersuchen lassen. “

Dazu gehörten die Bundesregierung, der Bundestag, das Bundespräsidialamt, der Bundesrat und das Bundesverfassungsgericht sowie alle Bundesgerichte. Das Resümee: „Besonders ausgeprägt ist die Unterrepräsentation in den höheren Führungsebenen. Der Anteil der Ostdeutschen in den Führungsebenen beträgt 6,8 Prozent, ohne Berlin 4,5 Prozent.

Aus Schneiders Sicht zeigen die Zahlen „einen klaren Nachteil“ der Ostdeutschen bei der Verteilung von Führungspositionen in der Bundesverwaltung. „Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen gibt es eine Art unbewusste Diskriminierung von Menschen aus dem Osten“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Vor allem für die älteren Generationen im Osten sei „der Zugang zu hochbezahlten Positionen im öffentlichen Dienst auf Bundes- und Landesebene eingeschränkt“, „da es nach der Wende vor allem junge Westdeutsche waren, die diese Positionen besetzten und noch bekleiden sie heute.“ Laut seiner Umfrage sind rund 20 Prozent der Bevölkerung gebürtige Ostdeutsche.

Angesichts der Zahlen fordert Schneider die Bundesregierung auf, sich zu verpflichten, die Ostdeutschen beim Streben nach mehr Vielfalt im Blick zu behalten. „Für die Unterrepräsentation von Ostdeutschen in Führungspositionen auf allen Hierarchieebenen muss sensibel sein“, fordert Schneider in dem Bericht. „Eine bessere Repräsentation und öffentliche Sichtbarkeit von Ostdeutschen in Führungspositionen, insbesondere in der Bundesverwaltung, kann das Vertrauen in die Demokratie stärken und die Akzeptanz auch bei schwierigen politischen Entscheidungen erhöhen.“

Der Linke-Ost-Beauftragte Sören Pellmann sieht in der fehlenden Vertretung von Ostdeutschen in Führungspositionen in der Bundesregierung einen Verfassungsbruch. „Artikel 36 des Grundgesetzes fordert eine gerechte Verteilung des Personals aus allen Bundesländern“, sagte Pellmann in Berlin. Er wiederholte die Forderung nach einer „Ostquote“ in Bundesministerien und Bundesbehörden. Die Zahlen würden von alleine nicht besser werden. Allerdings ist Schneider gegen ein Quotensystem. Pellmann nannte die Ampelkoalition eine „dezidiert westdeutsche Bundesregierung“ und fügte hinzu: „Sie sollte bei sich selbst anfangen, denn in ihren Ministerien sind die Zahlen besonders schlimm.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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