Freitag, August 12, 2022
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Für 49 Euro durch Deutschland schlagen die Grünen zwei Nachfolger für ein 9-Euro-Ticket vor

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Das 9-Euro-Ticket endet in wenigen Wochen. Als Nachfolger schlagen die Grünen zwei Tarife vor: einen für Regionalverbände und einen für deutschlandweite Bahnreisen. Das Geld dafür soll aus dem Abbau des Dienstwagenprivilegs kommen.

In der Debatte um einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets schlagen Grünen-Politiker ein Regionalticket für 29 Euro und ein Bundesticket für 49 Euro im Monat vor. Das geht aus einem Konzeptpapier von Parteichefin Ricarda Lang, Fraktionschefin Katharina Dröge und dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Krischer hervor. „Es ist an der Zeit, ernsthaft über eine Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket zu verhandeln“, sagte Dröge. Die beiden vorgeschlagenen Tarife könnten dem Klima helfen und gleichzeitig die Menschen entlasten. „Mit dem Abbau des Dienstwagenprivilegs präsentieren wir zudem eine überzeugende Finanzierungsmöglichkeit“, sagte Dröge.

Die Grünen nennen ihren Vorschlag einen Diskussionsbeitrag. Sie beziehen sich auf den Erfolg des 9-Euro-Tickets. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass die Menschen tatsächlich vom Auto auf Bus und Bahn umgestiegen sind, also auch positive Effekte für das Klima.

Das Regionalticket für 29 Euro richtet sich vor allem an Pendler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen. Es solle „zumindest bundesweit, aber auch für Regionen wie Berlin-Brandenburg oder Bremen-Hamburg-Niedersachsen“ gelten. Außerdem soll es laut dem Blatt ein „49-Euro-Ticket für ganz Deutschland“ geben, das genauso einfach funktioniert wie das aktuelle 9-Euro-Ticket. Das Angebot eines 49-Euro-Tickets könne „den Tarif-Dschungel komplett durchbrechen“, werben die Grünen. Der Umgang mit der „oft verwirrenden Preisgestaltung würde für viele Menschen ein Ende haben“.

Zur Finanzierung wollen die Grünen das Dienstwagenprivileg kürzen, mit dem Unternehmen die Kosten für Dienstwagen von der Steuer absetzen können. Vor allem die CO2-Emissionen sollten stärker berücksichtigt werden. „Die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Bund und Länder könnten nahtlos in die Finanzierung günstiger Tickets fließen“, heißt es in dem Papier. Man ist aber auch bereit, über andere Finanzierungsmethoden zu sprechen.

Die Verkehrsunternehmen rechnen mit einem erheblichen Förderbedarf: Schon ein Ticket für 69 Euro würde laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen jährliche Mehrkosten von zwei Milliarden Euro bedeuten. 2,5 Milliarden Euro hat der Bund für die Einnahmeausfälle in den für den ÖPNV zuständigen Bundesländern in den drei Monaten Juni, Juli und August ausgegeben, in denen das 9-Euro-Ticket gilt.

Bundesfinanzminister Christian Lindner sagte kürzlich, es könne keine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket geben. Der zuständige Verkehrsminister Volker Wissing lobt das Ticket zwar als Erfolg, sagte aber kürzlich, die Länder müssten schauen, „wie sie es finanzieren wollen“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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