Samstag, Mai 14, 2022
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G7 kritisieren Indiens Exportverbot für Weizen

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Indien ist der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt. Der angekündigte Exportstopp wird die Getreidepreise weiter in die Höhe treiben. Kritik kommt von Landwirtschaftsminister Özdemir und den anderen G7-Landwirtschaftsministern.

Die Landwirtschaftsminister der G7-Staaten haben an Indien appelliert, das Exportverbot für Weizen zu überdenken. „Wir alle tragen eine Verantwortung gegenüber dem Rest der Welt, insbesondere gegenüber den großen Exportnationen“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am Ende des G7-Treffens in Stuttgart. „Ich sehe das sehr kritisch“, sagte er mit Blick auf die Entscheidung Neu-Delhis.

Die G7 forderten Indien auf, „seiner Verantwortung als G20-Mitglied gerecht zu werden“. Nach dem Willen der Ressortchefs sollen nun die G7-Staats- und Regierungschefs über das Thema beraten, wie Özdemir berichtete. Indien ist Ende Juni beim Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern zu Gast. Deutschland führt derzeit die Staatengruppe an. Laut Gastgeber Özdemir sind die G7 grundsätzlich gegen Exportverbote. „Wir fordern, die Märkte offen zu halten“, sagte er. Die G7 wollen laut Özdemir die Preise für Produktion und Lebensmittel, etwa Düngemittel, stärker als bisher überwachen.

Indien, der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt, hatte zuvor angekündigt, den Export des Getreides mit sofortiger Wirkung zu verbieten. Grund ist die unsichere Ernährungssituation im Land. In einer Regierungserklärung hieß es, der Anstieg der Weltweizenpreise bedrohe die Ernährungssicherheit Indiens und der Nachbarländer. Exporte sollten den Preisanstieg im eigenen Land dämpfen.

In der Vergangenheit hatte Indien die meisten seiner Ernten selbst verbraucht. Das Land wollte jedoch 2022 und 2023 10 Millionen Tonnen Weizen exportieren, um von Engpässen zu profitieren, nachdem die Exporte aus der Ukraine im Zuge der russischen Invasion stark zurückgegangen waren. Käufer setzten daher auf Indien, das nicht nur Lieferungen für Europa, sondern auch für Indonesien, die Philippinen und Thailand erwogen hatte. Allerdings bedroht nun eine extreme Hitzewelle die Ernteerträge.

Das sofortige Exportverbot für Weizen hat die vorherrschende Besorgnis über eine drohende Hungersnot in der Welt weiter entfacht. Die Entscheidung aus Neu-Delhi dürfte die Preise auf dem Weltmarkt nun weiter in die Höhe treiben, da dort Weizen aus der Ukraine fehlt.

Dies würde ärmere Länder in Asien und Afrika besonders hart treffen. Indien teilte mit, bestehende Lieferverträge würden erfüllt und auch Länder beliefert, die sich sonst Sorgen um die „Ernährungssicherheit“ machen müssten. Der Export weiterer Mengen wird jedoch gestoppt. „Das Verbot ist schockierend“, sagte ein in Mumbai ansässiger Arbeiter eines globalen Getreidehändlers über die jüngste Entscheidung Indiens.

Der Krieg in der Ukraine verschärft die Versorgungslage und die Preisentwicklung weltweit. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden fast 25 Millionen Tonnen Getreide, das bereits in der Ukraine geerntet wurde, nicht außer Landes gebracht. Zudem wird die kommende Ernte nicht auf dem bisherigen Niveau gehalten werden können. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warnte, dass bis zu 50 Millionen Menschen in Afrika und im Nahen Osten durch diese Krise ebenfalls von Hunger bedroht seien.

Die G7 prüfen nun Möglichkeiten, das Getreide aus der Ukraine trotzdem exportieren zu können.



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