Sonntag, Mai 22, 2022
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G7 will Hungerkrise verhindern Baerbock: Auch Putin führt einen Nahrungsmittelkrieg

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Außenminister Baerbock wirft dem russischen Präsidenten vor, durch die Blockade von Getreideexporten einen Ernährungskrieg zu führen. Dies wirkt sich bereits weltweit aus. Dem wollen sich die G7-Staaten entgegenstellen.

Die G7-Gruppe führender Industrieländer hat ihre Solidarität mit der Ukraine bekräftigt und Unterstützung für arme Länder bei der Bewältigung der durch den Krieg angeheizten Nahrungsmittelkrise zugesagt. Auch Russlands Staatschef Wladimir Putin führe einen „Ernährungskrieg“, der bereits weltweite Auswirkungen habe, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei einem Treffen mit ihren G7-Kollegen und ihren Amtskollegen aus der Ukraine und Moldawien, Dmytro Kuleba und Nico Popescu, in Wangels , Schleswig-Holstein.

Baerbock sagte, dass von der sich abzeichnenden globalen Ernährungskrise nur die Spitze des Eisbergs zu sehen sei. Schlimmer wird es, wenn im Sommer die Auswirkungen der Klimakrise deutlich werden. Mit Blick auf die globalen Auswirkungen des Krieges gehe es nun aber auch darum, durch Russlands „hybride“ Kriegsführung eine globale Hungerkrise zu verhindern, sagte Baerbock. Der hybride Krieg werde von Moskau nicht nur mit Panzern und Raketen, Fake News und Propaganda geführt, „sondern es ist auch ein Ernährungskrieg, den wir weltweit beobachten können“. Die Tatsache, dass Russland den Export von Millionen Tonnen Getreide in die Welt nicht zulässt, ist eine große Gefahr. Die G7 hatten sich daher darauf verständigt, eine „politische Antwort“ auf die Krise zu finden. Details nannte sie zunächst nicht.

Auch die G7-Gruppe habe „deutlich gemacht, dass wir uns nicht nur mit der Ukraine, sondern auch mit Moldau solidarisch zeigen“, sagte Baerbock nach dem Treffen. Die Ukraine werde militärisch angegriffen und die Stabilität Moldawiens bedroht, sagte Baerbock.

Kuleba forderte die G7-Staaten auf, russische Vermögenswerte in ihren Ländern zu beschlagnahmen und in die Ukraine zu transferieren, damit sie „das Geld für den Wiederaufbau unseres Landes verwenden“ könnten. Dass die G7-Gruppe derzeit „stark“ sei, habe auch etwas mit dem Kampf seines Landes gegen russische Truppen zu tun, sagte er. „Unser Kampf hat das Vertrauen in die G7 wiederhergestellt, die Führung zu übernehmen.“

Kuleba appellierte an die EU, das geplante Ölembargo gegen Russland zu verabschieden. Wenn sich die EU dabei nicht auf eine gemeinsame Linie einigen könne, sei das ein Erfolg für Putin, warnte er. Am Rande der G7-Beratungen kündigte EU-Außenbeauftragter Josep Borrell eine Aufstockung der EU-Militärhilfe für die Ukraine um 500 Millionen Euro auf 2 Milliarden Euro an. Das Geld sei für „schwere Waffen“ bestimmt, sagte er.

Bei dem Treffen forderte Kuleba die G7-Staaten ausdrücklich um mehr Waffen, um den russischen Angriffskrieg abwehren zu können. Dementsprechend mangelt es den ukrainischen Streitkräften an flexiblen Raketensystemen und Kampfflugzeugen. Die Waffenlieferungen des Westens seien inzwischen insgesamt zufriedenstellend, sagte Kuleba. Es ist jedoch klar, dass die Unterstützung fortgesetzt werden muss, bis die Ukraine den Krieg gegen Russland gewonnen hat.

Deutschland führt derzeit den Vorsitz in der G7-Gruppe. Zur Gruppe gehören neben der Bundesrepublik die Nato-Staaten USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und Italien sowie Japan.

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