Donnerstag, August 11, 2022
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Gebiet angeblich voller Minen Zerbombtes Atomkraftwerk teilweise abgeschaltet

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Das Kernkraftwerk Saporischschja in der Südukraine wird bei einem Bombenanschlag beschädigt. Die ukrainische Atombehörde warnt vor erhöhter Brand- und Strahlungsgefahr. Einer der Kernreaktoren schaltet sich automatisch ab, aber die anderen Blöcke arbeiten weiter.

Nach Angaben des ukrainischen Staatsbetreibers wurde einer der Kernreaktoren nach Anschlägen auf das Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja in der Südukraine abgeschaltet. Das „Notfallschutzsystem“ sei durch die Luftangriffe ausgelöst und der Reaktor abgeschaltet worden, sagte Energoatom gegenüber Telegram. Trotz der Angriffe produzieren andere Reaktoren weiterhin Strom. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für die Bombenanschläge vom Freitag verantwortlich.

Laut Energoatom haben die Bombenanschläge ein „Hilfsgebäude“ und eine Stickstoff- und Sauerstoffstation „ernsthaft beschädigt“. Es besteht erhöhte Brand- und Strahlungsgefahr. Das ukrainische Personal arbeitet jedoch und das Kraftwerk produziert weiterhin Strom. „Das Kernkraftwerk Zaporizhia arbeitet mit dem Risiko, Strahlungs- und Brandschutzstandards zu verletzen“, schrieb die Agentur auf ihrem Telegram-Kanal.

Einem Bericht zufolge sollen russische Streitkräfte das Gebiet um das Kraftwerk verminen. Das kremlkritische Medium „The Insider“ berichtet über ein Video, das Anfang der Woche aufgenommen worden sein soll. Es zeigt russische Militärlastwagen, die auf das Kraftwerksgelände fahren und dort Waren entladen. Einer der Lastwagen fährt in einen Maschinenraum. Laut „The Insider“ wurde entweder das Kraftwerk selbst oder das Gebiet um es herum vermint. Seit Wochen wird kritisiert, dass die russischen Truppen das Atomkraftwerk als Schutzschild für die eigene Artillerie nutzen, die von dort aus ukrainisch kontrollierte Gebiete beschießt.

Die EU verurteilte „die militärischen Aktivitäten Russlands um das Kernkraftwerk Saporischschja“. EU-Außenbeauftragter Josep Borrell schrieb auf Twitter: „Dies ist ein schwerer und unverantwortlicher Verstoß gegen nukleare Sicherheitsvorschriften und ein weiteres Beispiel für die Missachtung internationaler Normen durch Russland.“

Russische Truppen übernahmen im März kurz nach dem Einmarsch der Truppen in das Land die Kontrolle über das größte Kernkraftwerk in der Ukraine und in Europa. Die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEA versucht seit Wochen, Inspektoren in die Anlage zu schicken. Die Ukraine hat sich bisher geweigert, dies zu tun, mit der Begründung, dass dies die Besetzung des Geländes durch Russland in den Augen der internationalen Gemeinschaft legitimieren würde.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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