Sonntag, Mai 22, 2022
StartNACHRICHTENGegen 21-jährigen Russen beginnt in der Ukraine erster Kriegsverbrecherprozess

Gegen 21-jährigen Russen beginnt in der Ukraine erster Kriegsverbrecherprozess

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Die Ukraine kündigt den ersten Prozess gegen einen russischen Soldaten im Rahmen der Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen der russischen Armee an. Er soll einen unbewaffneten Zivilisten erschossen haben. Dem 21-Jährigen droht eine lebenslange Haftstrafe.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat den ersten Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Soldaten angekündigt. Laut einer Erklärung der Generalstaatsanwältin Iryna Venediktova wird ein 21-jähriger Russe beschuldigt, einen Zivilisten getötet zu haben, der Zeuge des Diebstahls eines gestohlenen Autos aus dem Fenster war.

Nach einem Angriff auf seinen Konvoi in der Nordukraine am 28. Februar wollte der Soldat angeblich mit vier Kameraden im gestohlenen Auto fliehen. Der 62-jährige Zivilist radelte in der Nähe seines Hauses im Dorf Tschupachiwka. Er war nicht bewaffnet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erschoss der 21-jährige Vadim Shishimarin den Mann auf Befehl eines seiner Kameraden, der Zeuge des Diebstahls war.

Shishimarin befindet sich in ukrainischer Haft und muss wegen Kriegsverbrechen und Mord zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte ein unscharfes Foto des Verdächtigen. Über die Umstände seiner Gefangennahme oder das Schicksal der anderen vier russischen Soldaten machte sie keine Angaben. Ein Termin für den Prozess wurde nicht bekannt gegeben.

Generalstaatsanwältin Wenediktowa sagte am Mittwochabend im ZDF „heute-journal“, ihre Arbeit finde unter erschwerten Bedingungen statt, weil ihren Behörden der Zugang zu den umkämpften Gebieten verweigert werde. Dies ist beispielsweise in der Hafenstadt Mariupol der Fall. Auf die Frage, was sie zur Zwangsabschiebung von Ukrainern sagen könne, sagte Venediktova, sie und ihr Team würden ermitteln. „Es gibt sowohl Erwachsene als auch Kinder“, sagte sie. Allerdings ist die Arbeit hier auch sehr schwierig, weil sie keinen Kontakt zu den Entführten hat, da ihnen oft die Telefone weggenommen werden.

Die Regierung in Kiew und die US-Regierung machen Russland für eine Reihe von Kriegsverbrechen in der Ukraine verantwortlich, unter anderem im Kiewer Vorort Bucha. Auf Bitten Kiews hält der UN-Menschenrechtsrat in Genf am Donnerstag eine Sondersitzung zur Menschenrechtslage in der Ukraine ab. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im April Russlands Mitgliedschaft im Menschenrechtsrat wegen des Ukraine-Krieges suspendiert. Unmittelbar danach kündigte Moskau seinen Rücktritt aus dem Gremium an.

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