Samstag, Dezember 10, 2022
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Gegen kurdische Milizen erwägt Erdogan Bodenoffensiven

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Erdogan setzt schwere Luftangriffe gegen die Kurdenmiliz YPG und die Arbeiterpartei PKK in Nachbarländern ein. Nun droht eine weitere Eskalationsstufe. Der türkische Präsident erwägt, Bodentruppen nach Syrien und in den Irak zu entsenden.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwägt Bodenoffensiven nach Luftangriffen auf kurdische Stellungen in Syrien und im Irak. Es stehe außer Frage, dass man sich nicht auf Luftoperationen beschränke, „es muss entschieden werden, wie viele Kräfte der Bodentruppen teilnehmen müssen, und dann werden Schritte unternommen“, sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Konkreter wurde er nicht.

Die Türkei ist in der Nacht zum Sonntag mit zahlreichen Luftangriffen im Nordirak und Nordsyrien gegen die YPG und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgegangen. Mindestens 35 Menschen seien getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Kurdische Milizen hatten Vergeltungsmaßnahmen angekündigt.

Die Türkei meldete am Montag Beschuss an der Grenze zu Syrien. Drei Menschen seien in der Provinz Gaziantep getötet und sechs verletzt worden, sagte Innenminister Süleyman Soylu. Der Gouverneur von Gaziantep machte die syrische Kurdenmiliz YPG für den Beschuss verantwortlich. Kurdische Aktivisten und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten von Schusswechseln mit kurdischen Milizen und schwerem türkischem Beschuss in der ländlichen nördlichen Region Aleppo und in Kobane.

Die türkische Regierung hat ihre Luftangriffe am Sonntag vor einer Woche mit einem Angriff auf die Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul in Verbindung gebracht. Als Drahtzieher des Angriffs sieht sie die YPG und die PKK, die ihn beide zurückgewiesen hatten. Die Ermittlungen in der Türkei dauern noch an. Die türkische Regierung stuft YPG und PKK als Terrororganisationen ein.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte unter anderem die türkischen Angriffe auf kurdische Stellungen scharf kritisiert. Er schrieb auf Twitter: „Erdogans Bombenangriffe auf Kurden, die erfolgreich IS-Terroristen bekämpft haben, sollen von der wirtschaftlichen Katastrophe in der Türkei ablenken.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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