Montag, November 29, 2021
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Geimpfte Menschen sterben nicht häufiger als Ungeimpfte

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In England soll die Sterberate der Geimpften höher sein als die der Ungeimpften. Die angeblichen Beweise beruhen jedoch auf einer gezielten Datenauswahl und dem Weglassen von Schlüsselfaktoren.

Die Kurven sprechen tatsächlich eine deutliche Sprache: Schaut man sich den Verlauf der sogenannten altersstandardisierten Sterberate (ASMR) für Geimpfte und Ungeimpfte in Großbritannien in diesem Jahr an, sieht es so aus, als ob diese bei den Geimpften deutlich höher liegt als für Ungeimpfte. Das würde bedeuten, dass – bezogen auf 100.000 Menschen in einer Altersgruppe – mit einer Impfung mehr Menschen an Covid-19 sterben als ohne.

Schaut man sich die Grafiken an, mit denen diese Behauptung in den sozialen Medien untermauert wird, sieht man, dass sie sich nicht auf die Gesamtbevölkerung beziehen, sondern nur auf die Altersgruppe der 10- bis 59-Jährigen:

Bei den 60- bis 69-Jährigen liegt die Sterberate der Geimpften bereits deutlich unter der von Menschen ohne Impfung:

Noch deutlicher ist dies in den nächsten beiden Altersgruppen zu beobachten:

Das sehen auch die Forscher des britischen Statistikamts Office for National Statistics (ONS) so: Die Statistiker erklären, dass die altersstandardisierte Sterblichkeitsrate bei ungeimpften Personen deutlich höher sei als bei Personen, die entweder eine oder zwei Dosen erhielten. Sie ist bei Personen ohne Impfung 32-mal höher als bei Personen, die vor mindestens 21 Tagen zwei Dosen erhalten hatten.

Die Zahl kann auch durch unterschiedliche Merkmale der Bevölkerung in den einzelnen Impfstatusgruppen, wie den Gesundheitszustand, sowie durch die sich ändernde Infektionsrate beeinflusst werden. Daher zeigen die Sterberaten keine kausalen Zusammenhänge zwischen Impfungen und dem Sterblichkeitsrisiko, betonen die ONS-Experten.

Auffällig ist jedoch, dass die Sterblichkeitsrate für die Gruppe „21 Tage oder mehr nach der ersten Dosis“ bei älteren Menschen ab etwa der 13. Kalenderwoche stark ansteigt. Impfgegner sehen darin einen weiteren Hinweis auf die Gefahren einer Impfung.

Die Statistiker erklären dieses Phänomen durch mehrere Faktoren: Zum einen sinkt der Anteil dieser Impfstatusgruppe im gleichen Zeitraum auf sehr niedrige Werte, weil immer mehr Menschen geimpft werden. Daher basieren die Daten auf einem sehr kleinen Prozentsatz, der nicht repräsentativ sein muss. Zu dieser Gruppe könnten beispielsweise Personen gehören, die nach der ersten Impfung keine zweite Impfung erhalten haben, weil sie wegen einer schweren Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Nicht zuletzt müssen die unterschiedlichen Sterberaten in den Altersgruppen berücksichtigt werden. Die Gruppe der Zehn- bis 59-Jährigen ist sehr breit gefächert – zu breit für viele verlässliche Aussagen, wie die Statistiker des ONS zugeben: Normalerweise würde man die Daten für fünfjährige Altersgruppen berechnen. Bei sehr niedrigen Sterberaten in einigen dieser Kohorten hätte dies jedoch ein Risiko für die Offenlegung des Impfstatus von Personen darstellen und zu instabilen Schätzungen führen können.

Dass es in der Gruppe der Zehn- bis 59-Jährigen im Vergleich zu den älteren Altersgruppen immer noch sehr wenige Todesfälle gibt – sowohl absolut als auch relativ – wird umso deutlicher, wenn alle Daten im gleichen Wertebereich dargestellt werden . In der grafischen Darstellung ist die Gruppe kaum zu erkennen:

Damit wird deutlich, dass die Aussage „Geimpfte häufiger sterben als Ungeimpfte“ aus diesen Daten nicht abgeleitet werden kann.



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