Sonntag, Juni 26, 2022
StartNACHRICHTENGescheiterter U-Boot-Deal: Australien entschädigt französisches Unternehmen

Gescheiterter U-Boot-Deal: Australien entschädigt französisches Unternehmen

- Anzeige -


Im Herbst zeichnete sich zwischen Frankreich und Australien ein handfester Graben ab: Die Regierung in Canberra kündigte einen U-Boot-Deal mit einem Paukenschlag. 555 Millionen Euro Entschädigung sollen den Streit nun beilegen.

Australien und Frankreich reparieren ihre kürzlich angeschlagenen Beziehungen. Die Regierung in Canberra hat dem französischen Schiffbauer Naval Group eine Entschädigung für einen gescheiterten U-Boot-Deal zugesprochen. 555 Millionen Euro sollen an das Unternehmen fließen, damit es einen seit Jahren bestehenden Vertrag über den Kauf französischer U-Boote auflösen kann.

Premierminister Anthony Albanese sagte, die Vereinbarung würde das Abkommen beenden. Er sprach von einer „fairen und gerechten Einigung“. Der Einigung waren Gespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorausgegangen. Er dankte Macron für „die herzliche Art und Weise, wie wir eine bessere Beziehung zwischen Australien und Frankreich wiederherstellen“.

Dem jetzigen Abkommen ging ein Zerwürfnis zwischen den beiden Ländern voraus. Australien, die USA und Großbritannien kündigten im Herbst 2021 ohne Rücksprache mit ihren Verbündeten ein neues gemeinsames Sicherheitsbündnis im Indopazifik an. Das neue Bündnis soll laut Sicherheitsexperten der militärischen Bedrohung durch China im Indopazifik entgegenwirken. Australien soll in diesem Zusammenhang Zugang zu US-Technologie zum Bau und Betrieb von Atom-U-Booten erhalten.

Ein sicher geglaubter 56-Milliarden-Euro-Deal über U-Boote zwischen Frankreich und Australien scheiterte daran. Paris reagierte verärgert. Macron beschuldigte den damaligen australischen Premierminister Scott Morrison öffentlich der Lüge und zog sogar den französischen Botschafter aus Canberra ab.

Erst als Albanese im Mai zum neuen australischen Premierminister gewählt wurde, beruhigten sich die Dinge. „Die Art und Weise, wie diese Entscheidung gehandhabt wurde, hat zu enormen Spannungen in den Beziehungen zwischen Australien und Frankreich geführt“, sagte Albanese. „Frankreich ist ein wichtiger Verbündeter, ein Verbündeter, an dessen Seite wir in zwei Weltkriegen gekämpft haben, und ein Verbündeter, der eine bedeutende Präsenz im Pazifik hat.“

Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Monat hatte er sich verpflichtet, die Beziehungen zu verbessern. In einem Telefonat im Mai waren sich Albanese und Macron einig, dass sie wieder ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den beiden Ländern aufbauen wollten. Man wolle etwa die Klimakrise und die strategischen Herausforderungen im Indopazifik bewältigen, hieß es.

China strebt an, zahlreiche pazifische Inselstaaten in einen Sicherheitspakt einzubeziehen. Ein entsprechendes Abkommen zwischen China und den Salomonen rund 1000 Kilometer vor der australischen Küste hatte in westlichen Ländern für Besorgnis gesorgt



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare