Samstag, Mai 21, 2022
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Geschichte politischer Fake News Wie die alten Griechen und Päpste die Welt belogen haben

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Fake News schüren seit Jahren Hass und Misstrauen in den sozialen Medien. Aber Verschwörungstheorien gab es schon lange vor der Erfindung des Internets. Die Wurzeln reichen bis in die Antike und ins Mittelalter zurück.

Spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 sind Fake News als politisch aufgeladenes Schlachtfeld allgegenwärtig. Vor allem Ex-Präsident Donald Trump benutzte den Begriff, um seine politischen Gegner zu diskreditieren. In den sozialen Medien manipulieren Fehlinformationen Menschen und prägen den öffentlichen Diskurs.

Aber Fake News sind kein neues Phänomen. Die gezielte Verbreitung von Desinformationen spielte bereits in der Antike eine wichtige Rolle. Der antike griechische Staatsmann Themistokles zum Beispiel schaltete seinen schärfsten Konkurrenten Aristeides aus, indem er das Gerücht verbreitete, er wolle die Volksherrschaft abschaffen und die Tyrannei errichten. Der Athener wurde daraufhin aus seiner Heimat verbannt.

Gezielte Desinformation prägt jede Epoche. Die größten Fälschungen spiegeln auch die damaligen Machtverhältnisse wider. Im Mittelalter wurde politische Herrschaft religiös legitimiert, oft mit Lügen: In der Konstantinsstiftung, einer angeblich vom römischen Kaiser Konstantin I. zwischen den Jahren 315 und 317 ausgestellten Urkunde, erhielten Papst Silvester und seine Nachfolger die Macht über Rom, Italien und übertrug das gesamte Weströmische Reich.

Das Dokument bestätigt auch die Legitimität des Papstes als Oberhaupt der katholischen Kirche. Sie galt jahrhundertelang als Grundlage des kanonischen Rechts und zementierte die Machtverhältnisse in Europa. Erst im 16. Jahrhundert wurde die Fälschung entdeckt und befeuerte die aufkeimende Reformation.

Auch die Hexenverschwörung zeigt, wie gefährlich Verschwörungstheorien und Fake News sein können. Nach dem Ende des Mittelalters wurden die Menschen von Seuchen wie der Pest und Kriegen heimgesucht. In seinem Buch „Hexenhammer“ schrieb Heinrich Kramer 1487 auf, wen er für schuldig hielt: Hexen. Mehr als 10.000 Frauen wurden daraufhin wegen seiner „Beweise“ ermordet. Schuldige zu finden, ist ein wiederkehrendes Element in Verschwörungstheorien.

Heute wird vor allem Russland wegen seiner Desinformationskampagnen im Rahmen der hybriden Kriegsführung gefürchtet. Die Strategie besteht darin, mit Fake News Hass und Zwietracht zu verbreiten und so den politischen Gegner zu destabilisieren. Ein Netzwerk aus staatlichen Stiftungen, heimlichen Trollfabriken und Geheimdiensten sorgt dafür, dass Fake News und Verschwörungstheorien verbreitet werden. Dazu kooperiert der Propagandaapparat auch mit Querdenkern, Reichsbürgern und Rechtsextremen in Deutschland.

Kai Schulik und Julia Weber, Auszubildende der RTL-Journalistenschule, recherchieren seit Monaten zu Fake News und Verschwörungstheorien. In der neuen Folge des ntv-Podcasts „Wir sind Geschichte“ geben sie einen Einblick in ihre Arbeit und blicken auf die Geschichte von Verschwörungstheorien und Desinformation.

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